Laden...
Düsseldorf
Menstruationsprodukte

Verwirrung über Preiserhöhungen: Werden Tampons und Binden bald wieder teurer?

Zum Jahresbeginn hat die Bundesregierung die Mehrwertsteuer auf Menstruationsprodukte gesenkt. Die Folge: Tampons und Binden sind billiger geworden. Das könnte sich aber bald wieder ändern, da Händler Preiserhöhungen seitens der Hersteller melden. Diese halten dagegen.
 
Tampons liegen in einer Produktionshalle in einem Auffangbehälter. Erst zum Jahreswechsel hat die Mehrwertsteuersenkung zu einem Preisrutsch bei Tampons und Binden geführt. Doch jetzt wollen einige Hersteller ausgerechnet diesen Moment für Preiserhöhungen nutzen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
Tampons liegen in einer Produktionshalle in einem Auffangbehälter. Erst zum Jahreswechsel hat die Mehrwertsteuersenkung zu einem Preisrutsch bei Tampons und Binden geführt. Doch jetzt wollen einige Hersteller ausgerechnet diesen Moment für Preiserhöhungen nutzen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Erst zum Jahreswechsel wurden die Preise für Tampons und Binden gesenkt. Der Hintergrund: Nach einer Petition senkte die Regierung die Mehrwertsteuer auf Menstruationsprodukte von 19 auf 7 Prozent , was die Produkte günstiger machte. Jetzt berichten erste Handelsketten über neue Preiserhöhungspläne der Hygieneartikel-Produzenten. Doch die führenden Markenhersteller wollen davon nichts wissen.

Glaubt man Aldi Nord, wollen einige Hersteller den Preisrutsch bei Tampons und Binden offenbar für Preiserhöhungen nutzen. Der Discounter berichtete am Montag (20. Januar 2020), dass er "seitens einiger Marken-Hersteller Preiserhöhungen für Damenhygiene-Artikel erhalten" habe.

Hygiene-Artikel bald wieder teurer? Kaufland will Preiserhöhungen nicht akzeptieren

Nicht viel anders erging es dem Großflächen-Discounter Kaufland: Denn dort hieß es mit Blick auf die Hygiene-Artikel: "Wir können die aktuellen Preiserhöhungen der Lieferanten nicht nachvollziehen. Aktuell ist uns nicht bekannt, dass die Preise für Rohstoffe erhöht wurden. Wir sind nicht bereit, diese Preiserhöhungen zu akzeptieren".

Zuvor hatten bereits die "Lebensmittel Zeitung" und mehrere andere Medien über die geplanten Preiserhöhungen berichtet.

Verirrung um Tampon-Preise: Hersteller planen keine Erhöhungen

Zwei führende Hersteller von Tampons und Binden, der ob-Hersteller Johnson & Johnson und der Always-Hersteller Procter & Gamble, betonten allerdings auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur keine Preiserhöhungen zu planen. Der Konzern Johnson & Johnson erklärte: "Wir haben unsere Preise nicht erhöht und werden im Zusammenhang mit der Steuersenkung unsere Tampon-Preise nicht erhöhen."

Der Wettbewerber Procter & Gamble betonte ebenfalls, es werde "in diesem Zusammenhang keine Preiserhöhungen gegenüber dem Handel geben". Auch in den letzten Monaten vor der Mehrwertsteuerumstellung habe das Unternehmen keine Änderungen der Preise für seine Menstruationsprodukte vorgenommen.

Bei den Handelsketten ist die Bereitschaft, die Preise für Tampons und Binden schon nach wenigen Wochen wieder zu erhöhen, offenbar ohnehin gering. Die Handelsketten dm, Rewe und Penny betonten, es sei keine Erhöhung der erst vor wenigen Wochen im Zuge der Mehrwertsteuersenkung gesenkten Preise für Menstruationsprodukte geplant. Die Drogeriemarktkette dm verwies ausdrücklich darauf, dass die gerade gesenkten Preise nach der Dauerpreisstrategie des Unternehmens "mindestens vier Monate Gültigkeit haben".