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Kommentar

VW-Affäre: Häppchenweise neue Täuschungen

Auch die VW-Tochter Audi hat bei der Abgasmessung geschummelt. Eine Innovation, die teuer wird, meint unser Kommentator.
 
Foto: Patrick Pleul, dpa
Foto: Patrick Pleul, dpa
Der Volkswagenkonzern und seine Töchter bleiben in der Defensive. Nachdem Audi eingeräumt hatte, weitere Schummeleien betrieben zu haben, fällt die Krisenbewältigung immer schwerer. Es spielt keine Rolle, dass der jetzige Fall von unerlaubter Software längst nicht so schwer wiegt wie die Ende September bekannt gewordenen Manipulationen von Abgas-Werten. Da hilft auch die unlängst verkündete gute Nachricht von VW-Konzernchef Matthias Müller wenig, dass an den betroffenen 1,6-Liter-Dieselmotoren nun doch nicht aufwändig herumgeschraubt werden muss. Es sollen "relativ einfache Veränderungen" am Luftgitter beziehungsweise an der Luftfilterkassette reichen.


Alles nur mit nicht genehmigter Software

All dies interessiert die Öffentlichkeit, vor allem die amerikanische, wenig. Wenn häppchenweise immer neue Täuschungen aufgedeckt werden, ist der Ruf von VW, Audi oder Porsche langfristig ruiniert.

Auch bei größeren Autos mit 3,0-Liter-Dieselmotoren ist an den Stickoxidwerten herumgetrickst worden, hat der VW-Konzern nur mit verbotener Software die US-Vorschriften einhalten können.


Ein Computer auf vier Rädern

Die ganze Affäre zeigt, welchen Einfluss Elektronik auf das Fahren gewonnen hat und wie vielfältig Manipulationen möglich sind. Längst ist das Auto ein Computer auf vier Rädern, dessen Komponenten von Softwareprogrammen gesteuert werden. Zumindest kann Deutschland von sich behaupten, auch in dieser Art von Autobau ganz vorne mitzuspielen. Die Manipulationen waren ohne Frage eine innovative Leistung. Der Preis für diese zur Schau gestellte List ist allerdings hoch: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.
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