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Bis zu vier Millionen Menschen in Deutschland betroffen: Vodafone befürchtet riesiges Funkloch

Die Nutzungsrechte für das Mobilfunknetz in bestimmten Frequenzbereichen laufen in wenigen Jahren aus. Mobilfunk-Anbieter Vodafone fürchtet, dass die Neuvergabe für Millionen von Menschen in Deutschland zum Problem werden könnte.
 
Bis zu vier Millionen Menschen in Deutschland betroffen: Vodafone befürchtet riesiges Funkloch
Die Nutzungsrechte für das Mobilfunknetz in bestimmten Frequenzbereichen laufen in wenigen Jahren aus. Mobilfunk-Anbieter Vodafone fürchtet, dass die Neuvergabe für Millionen von Menschen in Deutschland zum Problem werden könnte. Symbolfoto Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
  • Mobilfunk-Netz in Deutschland: Lizenzvergabe für Frequenz endet 2025
  • Anbieter Vodafone fürchtet Funkloch für bis zu vier Millionen Menschen
  • Bundesnetzagentur hält fünf Vergabeszenarien für möglich

Die mangelhafte Mobilfunk-Netzabdeckung wird seit Jahren in Deutschland Jahren thematisiert. An vielen Stellen im Land hat man nur spärlichen oder schlichtweg gar keinen Empfang. Und ab 2025 könnten sogar noch mehr Orte betroffen sein, fürchtet der Mobilfunkanbieter Vodafone. Denn: Die Betreiberlizenzen werden ab 2025 neu vergeben.

Nutzungsrechte für Mobilfunkanbieter laufen 2025 aus - droht ein Riesen-Funkloch?

Insbesondere geht es um die Rechte für die Flächenfrequenzen von 800 Megahertz, die 2025 auslaufen werden. Diese Frequenz wird für das LTE-Netz genutzt. Die Bundesnetzagentur vergibt die Nutzungsrechte für die verschiedenen Frequenzen in der Regel per Auktionsverfahren. Aktuell besitzen drei Mobilfunkanbieter die Nutzungsrechte für die 800-Megahertz-Frequenz: Vodafone, Telekom und Telefonica/O2.  Ab 2025 könnte jedoch ein weiterer Konkurrent hinzukommen: 1&1, die laut mobiltalk.de ab Herbst auch ihr eigenes Netz ausbauen wollen.

Hannes Ametsreiter, Deutschlandchef von Vodafone legt diesbezüglich seine Befürchtung gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) offen: "Wenn man die so wichtigen Flächenfrequenzen im 800-Megahertz-Bereich nach bekanntem Auktionsverfahren vergäbe, könnte nicht nur extrem viel Geld verloren gehen, das später für neue Stationen fehlt. Noch viel schlimmer: Die Mobilfunknetze in Deutschland könnten sogar deutlich langsamer werden als bislang". 

Der Markteintritt von 1&1 könnte die Gebote der anderen drei Anbieter in die Höhe treiben und somit einen weiteren Ausbau der Infrastruktur erschweren. Ametsreiters Aussage zufolge könnte das Wegbrechen eines der Marktteilnehmer zu einem LTE-Funkloch für vier Millionen Menschen führen. Seine Lösung sieht hingegen vor, die Lizenzen der derzeitigen Anbieter um fünf Jahre zu verlängern.

Bundesnetzagentur hält mehrere Vergabeszenarien für möglich

Trotz des berechtigten Hinweises auf die finanziellen Kosten eines "Hochbietens", fällt es schwer kein wirtschaftliches Kalkül hinter dem Vorschlag zu vermuten, da durch eine Verlängerung der Anbieter 1&1 umgangen werden könnte. Hinzu kommt, dass der Vorschlag auf den ersten Blick keine Lösung für eine potenziell ähnliche Situation in fünf Jahren bereithält. 

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Darüber hinaus hält die Bundesnetzagentur auch noch andere Vergabeverfahren für möglich.  Im sogenannten "Szenarienpapier 2021" werden neben der Versteigerung, die Vodafone fürchtet, und der Verlängerung, die Ametsreiter vorschlägt, auch die Möglichkeit eines Ein-Betreiber-Systems in den Raum gestellt.  Dieser Betreiber würde über ein Ausschreibeverfahren ermittelt werden.

Möglich wären außerdem eine Kombination aus Verlängerung und Versteigerung, bei der nur Teile der Rechte neu versteigert werden würden. Im letzten Szenario sieht die Bundesnetzagentur eine komplette Vergabe nach Ausschreibung vor, allerdings in mehreren Paketen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur soll die Entscheidung zur Bereitstellung der Frequenzen etwa zwei bis drei Jahre vor dem Auslauf der Lizenzen entschieden werden. Wie es mit dem LTE-Netz weitergeht, wird sich also in den kommenden zwei Jahren entscheiden.

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