«Es kann doch nicht sein, dass das Gebaren einer Handvoll unseriöser Firmen derart den Ruf des Wettbewerbes ramponiert und damit das Angebot von mittlerweile über 800 zuverlässigen Energieversorgern massiv diskreditiert», betonte BNE-Geschäftsführer Robert Busch in Berlin. Trotz der um durchschnittlich zwölf Prozent gestiegenen Strompreise gibt es oft nur eine zögerliche Wechselbereitschaft.

Die Namen von «schwarzen Schafen» sollten durch die 2011 in Berlin eingerichtete Schlichtungsstelle Energie veröffentlicht werden. «Die Schlichtungsstelle macht gute Arbeit, aber sie könnte durch höhere Transparenz schon im Vorfeld dafür sorgen, dass für Kunden Probleme vermieden werden und so eine Schlichtung erst gar nicht nötig wird», sagte Busch. Diese müsse die Namen jener Anbieter öffentlich machen, die für den Großteil der Streitigkeiten verantwortlich seien.

Die Schlichtungsstelle betonte am Donnerstag, dass eine solche Nennung bisher nicht möglich sei. Die Regeln sähen vor, dass das Schlichtungsverfahren vertraulich ist und beteiligte Verbraucher und Unternehmen nicht genannt werden, sagte Geschäftsführer Thomas Kunde der dpa. Rund 45 Prozent der Streitfälle betreffen die Abrechnung. Etwa 90 Prozent aller Fälle können durch die von Wirtschafts- und Verbraucherministerium unterstützte Schlichtungsstelle gelöst werden.

Nach den Ankündigungen für teils drastische Strompreiserhöhungen haben die Hessen im zweiten Halbjahr 2012 am häufigsten den Anbieter gewechselt. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Auf den Plätzen zwei und drei folgen demnach Rheinland-Pfalz und Brandenburg.

Am wenigsten wechselten Bürger im Saarland den Anbieter, auch in Bremen und Sachsen-Anhalt hielt sich die Wechselbereitschaft in Grenzen. Allein in Hessen würde der Wechsel von der Grundversorgung zum günstigsten verfügbaren Tarif durchschnittlich 448 Euro einsparen, sagte Jan Lengerke von Verivox.