Bis 2032 gibt es nach den Berechnungen einen Markt für die Produktion von 35 280 Flugzeugen. Das sind gut 1280 Maschinen mehr als beim Ausblick in vergangenen Jahr.

Der Schwerpunkt liege mit einem Potenzial von 12 820 Maschinen im asiatisch-pazifischen Raum, sagte Boeings Marketing-Chef Randy Tinseth am Dienstag in Paris.

Das Umsatzpotenzial für die neuen Flieger sieht der Hauptkonkurrent des europäischen Herstellers Airbus bei rund 3,4 Billionen Euro. Für den Flugzeugmarkt wird ein durchschnittliches Plus von fünf Prozent pro Jahr erwartet.

Für die Fluglinien stehen nach der Einschätzung einige wenige Punkte im Fokus: «Diese Trends werden die Nachfrage nach Flugzeugen mit hoher Effizienz, niedrigen Betriebskosten, umweltfreundlichen Technologien und hohem Passagierkomfort bestimmen», sagte Tinseth.

Im Zentrum der künftigen Nachfrage stehen laut Boeing Mittelstreckenflugzeuge. Hier erwartet der Hersteller bis 2032 die Auslieferung von 24 670 Fliegern im Wert von etwa 1,72 Billionen Euro.

Den mit jetzt 8590 Maschinen gegenüber dem Vorjahr um 150 Exemplaren niedrigeren Bedarf bei Großraumfliegern begründete Tinseth unter anderem mit einer geringeren Erwartung bei Frachtmaschinen. Die großen Flugzeuge sollen in den kommenden zwei Jahrzehnten 1,78 Billionen Euro Umsatz ausmachen.

Im Vergleich zum Marktrivalen Airbus sieht sich Boeing gut aufgestellt. «Wir haben eine Produktlinie, die alle Bedürfnisse des Marktes abdeckt», sagte Tinseth. Mit Blick auf die Wachstumserwartungen sieht Boeing sogar «Raum für einen dritten Mitbewerber».

Für die Pariser Luftfahrtmesse in Le Bourget kommende Woche erwartet der Boeing-Manager bei Airbus viele Auftragszahlen, «um die Fans zu unterhalten». Boeing habe da einen anderen Blick: «Für uns ist das eine von 52 Wochen des Jahres.»

Einen Großauftrag konnte Boeing bereits in die Autragsbücher schreiben: Für die USA soll der Flugzeug- und Rüstungskonzern 177 Chinook-Hubschrauber bauen. Der über fünf Jahre laufende Vertrag mit der US Army habe einen Wert von vier Milliarden US-Dollar (3,0 Mrd Euro), teilte Boeing am Dienstag in Ridley Township mit. Wenn die Armee auch ihre zusätzlich vereinbarten Kaufoptionen ausübe, könne die Zahl der bestellten Maschinen auf bis zu 215 steigen.

Der Hubschrauber CH-47F Chinook mit zwei Rotoren kommt in Kampfgebieten sowie in der Logistik und bei Hilfseinsätzen zum Einsatz. Die Auslieferung der nun bestellten Helikopter soll im Jahr 2015 beginnen.