Düsseldorf

Umfrage: Viele wollen 3G im Einzelhandel

Ein Einkaufsbummel ist in vielen Regionen derzeit nur für Geimpfte oder Genesene möglich. Daran stören sich viele - andere finden die Regel aber sinnvoll. Auch Gerichte beschäftigen sich mit der Frage.
2G-Regel
Fast die Hälfte der Befragten ist für eine Abschaffung der 2G-Regelung im Einzelhandel. Foto: Soeren Stache/dpa

Fast die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ist für eine Abschaffung der 2G-Regelung im Einzelhandel.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 49 Prozent der Befragten an, sie würden für ihr Bundesland stattdessen eine 3G-Regelung befürworten, so dass außer Geimpften und Genesenen auch Getestete Zugang zu den Geschäften abseits des Lebensmittelhandels hätten. Rund 38 Prozent lehnten eine solche Entschärfung der Corona-Auflagen ab.

Von YouGov wurden am 26. Januar 2022 insgesamt 1637 Personen in Deutschland ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Die Frage lautete: «Würden Sie derzeit für Ihr Bundesland im Einzelhandel eine Rückkehr zur 3G-Regelung, also Zutritt für Geimpfte, Genesene und Getestete, weg von der 2G-Regelung befürworten oder ablehnen?»

Bund und Länder hatten die 2G-Regel für weite Teile des Einzelhandels angesichts der steigenden Corona-Inzidenzzahlen Anfang Dezember vergangenen Jahres beschlossen. Ausgenommen waren Läden des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Drogerien, Apotheken.

2G beschäftigt die Gerichte

Doch wurde die Regelung inzwischen bereits in mehreren Ländern von Gerichten gekippt, so dass mittlerweile ein Flickenteppich mit unterschiedlichen Zugangsregeln entstanden ist. Zwar gilt die 2G-Regel noch in den meisten Bundesländern. In Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern und im Saarland wurde sie jedoch aufgehoben.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert seit geraumer Zeit eine Aufhebung der 2G-Regel. Der HDE-Präsident Josef Sanktjohanser schrieb erst vor wenigen Tagen in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), ein Vergleich zwischen Ländern mit und ohne 2G-Regelung zeige, dass es «keine erkennbaren Auswirkungen» der Zugangsbeschränkungen im Handel auf das Infektionsgeschehen gebe. Die Auswirkungen von 2G auf den betroffenen Handel seien dagegen groß, klagte der HDE-Präsident. Der Nicht-Lebensmittel-Handel leide unter Umsatzrückgängen von bis zu 30 Prozent. Die Existenz Tausender Geschäfte sei gefährdet.

Bund und Länder hielten jedoch bei ihren jüngsten Beratungen am vergangenen Montag angesichts des rasanten Anstiegs der Infektionszahlen an den aktuellen Maßnahmen fest.