Nachdem die Mehrheit der Mitarbeiter gegen eine Vertretung ihrer Interessen durch die UAW gestimmt hatte, fechtet die Gewerkschaft das Ergebnis nun an. Sie begründete diesen Schritt am Freitag mit der «Einmischung von Politikern und Lobbygruppen». Ziel sind Neuwahlen.

Im Vorfeld der Wahl hatten republikanische Politiker damit gedroht, bei einem Sieg der Gewerkschaft den Wolfsburger Autobauer künftig von Investitionshilfen auszuschließen. Ein Senator sagte zudem, dass das VW-Werk bei einem gewerkschaftsfreundlichen Votum ein geplantes neues SUV-Modell verlieren würde. Das hätten ihm VW-Manager gesagt. Der Werksleiter dementierte.

Nun muss die zuständige Aufsichtsbehörde National Labor Relations Board (NLRB) entscheiden, ob dies eine unzulä ssige Beeinflussung war, wie die Gewerkschaft sagt. Die Behörde prüft die Vorwürfe und kann in begründeten Fällen eine Wiederholung der Abstimmung anordnen. «Es ist ein Skandal, dass politisch motivierte Dritte die wirtschaftliche Zukunft dieses Standorts bedroht haben», erklärte UAW-Chef Bob King. Ein VW-Sprecher lehnte einen Kommentar ab.