Frankfurt am Main
Tarifkonflikt

Airport Nürnberg: Diese Lufthansa-Flüge fallen aus

Die Gewerkschaft macht Ernst: Vier Jahre nach dem bislang längsten Lufthansa-Streik gehen am Donnerstag die Flugbegleiter der Gewerkschaft Ufo erneut in den Ausstand. Ihr Streik über 48 Stunden trifft Unternehmen und Passagiere gleichermaßen hart. Inwieweit der Airport Nürnberg davon betroffen ist, ist noch ungewiss.
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Im Dauerstreit mit der Lufthansa hat die Gewerkschaft Ufo ihre Mitglieder zu einem zweitägigen Streik am Donnerstag und Freitag  aufgerufen. Foto: Silas Stein/dpa
Im Dauerstreit mit der Lufthansa hat die Gewerkschaft Ufo ihre Mitglieder zu einem zweitägigen Streik am Donnerstag und Freitag aufgerufen. Foto: Silas Stein/dpa

Update, 06.11.2019, 18.30 Uhr: Diese Flügen fallen ab Nürnberg aus

Im Zeitraum von Donnerstag bis Freitag fallen folgende Flüge aus, die von Nürnberg nach Frankfurt starten sollten:

  • LH 143 am Donnerstag um 06.20 Uhr
  • LH 147 am Donnerstag um 11.35 Uhr
  • LH 149 am Donnerstag um 14.20 Uhr
  • LH 142 am Freitag um 10.50 Uhr
  • LH 144 am Freitag um 13.35 Uhr
  • LH 150 am Freitag um 22.05 Uhr

 

Zusätzlich fallen folgende Lufthansa-Flüge aus, die von Frankfurt nach Nürnberg fliegen sollten:

  • LH 142 am Donnerstag um 11 Uhr
  • LH 144 am Donnerstag um 13.25 Uhr
  • LH 150 am Donnerstag um 22.05 Uhr
  • LH 142 am Freitag um 10.50 Uhr
  • LH 144 am Freitag um 13.35 Uhr
  • LH 150 am Freitag um 22.05 Uhr

 

Update vom 06.11.2019, 17.15 Uhr: Flugbegleiter-Streik - Lufthansa streicht 1300 Flüge

Die Lufthansa sagt wegen des angekündigten 48-Stunden-Streiks der Flugbegleiter insgesamt 1300 Flüge mit rund 180.000 betroffenen Passagieren ab. Dies meldet die Deutsche Presse-Agentur. Dies ist zwar nur ein jeweils kleinerer Teil des weltweiten Programms des Luftverkehrskonzerns mit täglich rund 3000 Flügen. An deutschen Flughäfen ist aber ein Großteil der Starts mit LH-Flugnummern abgesagt, darunter auch zahlreiche Interkontinentalverbindungen von den beiden Drehkreuzen Frankfurt und München. Ob und welchem Ausmaß der Nürnberger Flughafen von dem Streik betroffen sein wird, ist gegenwärtig noch offen. Der Albrecht-Dürer-Airport hält auf seiner Website Informationen zum angekündigten Streik bereit. Aktuell (06.11.2019, 17.15 Uhr) heißt es dort, dass in Nürnberg sämtliche Lufthansa-Flüge betroffen sein könnten.

Laut Deutscher Presse-Agentur sind in der genannten Gesamtzahl von 3000 auch Flüge nicht bestreikter Flugbetriebe wie Swiss, Austrian, Edelweiss oder Brussels Airlines enthalten. Die Gewerkschaft Ufo hat bislang nur zu einem Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft aufgerufen, die laut Konzern an den beiden Tagen jeweils rund 1100 Flüge weltweit absolvieren sollte. Abgesagt wurden nun 700 Flüge am Donnerstag und 600 am Freitag.

Ufo hatte sich zudem vorbehalten, den Streik auf bis zu vier weitere Flugbetriebe mit deutschem Tarifrecht auszuweiten, die insbesondere noch für die Tochter Eurowings unterwegs sind. Ihren Kunden hat Lufthansa bereits umfangreiche und kostenfreie Umbuchungsmöglichkeiten angeboten.

Arbeitsgericht Frankfurt: Lufthansa erleidet Niederlage

Am Mittwoch hatte der Konzern vor dem Arbeitsgericht Frankfurt eine juristische Niederlage erlitten. Die Vorsitzende Richterin lehnte die beantragte Einstweilige Verfügung gegen den Arbeitskampf ab. Nach ihrer Einschätzung sind die Tarifverträge korrekt gekündigt worden und der Streikbeschluss gültig. Angriffe der Lufthansa-Anwälte gegen die kurzfristig geänderte Arbeitskampfordnung der Gewerkschaft lehnte die Richterin ebenfalls ab. Hier handele es sich um interne Regelungen der Ufo ohne Außenwirkung. Es gebe auch keine offenkundigen Zweifel an der Tariffähigkeit der Ufo, die das Bundesarbeitsgericht zuletzt in einem Urteil von 2014 bestätigt habe.

Lufthansa kündigte nach dem Urteil an, in die Berufung zu gehen. Darüber wollte das hessische Landesarbeitsgericht noch an diesem Mittwoch verhandeln.

Der Ufo-Vizevorsitzende Daniel Flohr sagte die Teilnahme an dem für Mittwochabend angesetzten Krisengespräch mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr ab, da man mit der Berufung beschäftigt sei. Er schätze das Gespräch, an dem auch Vertreter der Verdi und der noch in Gründung befindlichen Cabin Union (Kabinen-Gewerkschaft) teilnehmen sollten, ohnehin als "PR-Coup" ein. Eine Lösung der Probleme sei dort nicht zu erwarten. Ein Lufthansa-Sprecher erklärte, dass Gespräch könne auch auf einen späteren Zeitpunkt am Mittwochabend verschoben werden.

In der Gerichtsverhandlung am Vormittag hatte Lufthansa der Gewerkschaft noch sofortige Vorverhandlungen zu tariflichen Themen angeboten, die aber erst mit dem neu zu wählenden Ufo-Vorstand ab dem 15. Februar 2020 finalisiert werden könnten. Den jetzigen Vorstand lehne man weiterhin als nicht vertretungsberechtigt ab, sagte Lufthansa-Anwalt Thomas Ubber. Ufo verlangte hingegen sofortige Tarifverhandlungen auf Augenhöhe mit dem amtierenden Vorstand.

Streik-Verhinderung: Lufthansa kann Schlichtung verlangen

Als letzte Möglichkeit zur Verhinderung des Streiks könnte Lufthansa auch eine Schlichtung verlangen, was aber letztlich auf eine Anerkennung des Ufo-Vorstands hinausliefe. Die Gewerkschaft würde die Schlichtung befürworten, sagte ihr Sprecher Nicoley Baublies der Deutschen Presse-Agentur.

Ufo fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Für die vier anderen Flugbetriebe wurden jeweils separate Forderungen aufgestellt und Urabstimmungen abgehalten. In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann. In einem ersten Warnstreik bei den vier Tochter-Flugbetrieben hatte Ufo am 20. Oktober dieses Jahres mehr als 100 Flüge ausfallen lassen. Damals hatte der Lufthansa-Konzern keinen Ersatzflugplan erstellt. Der letzte reguläre Ufo-Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft datiert aus dem Jahr 2015 und war mit einer Woche Dauer der längste in der Unternehmensgeschichte.

Erstmeldung vom 04.11.2019: Flugbegleiter wollen Lufthansa zwei Tage bestreiken - auch Nürnberg wäre betroffen

Nächste Stufe im Tarifkonflikt bei der Lufthansa: Die Gewerkschaft Ufo ruft ihre Mitglieder zu einem zweitägigen Streik am kommenden Donnerstag und Freitag (7. und 8. November 2019) auf. Das soll aber noch nicht alles sein, wie die Deutsche Presse-Agentur mitteilt.

Vom Streik betroffen wären demnach sämtliche Lufthansa-Abflüge aus Deutschland, also auch Flüge ab dem Airport Nürnberg. Weitere Aufrufe bei anderen deutschen Flugbetrieben des Konzerns seien jederzeit möglich. Erneut werde der gesamte Konzern betroffen sein, kündigte der Ufo-Vize Daniel Flohr an. Grundsätzlich sind Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft ebenso möglich wie bei vier weiteren Flugbetrieben mit deutschem Tarifrecht. Die Töchter sind für die Lufthansa selbst, die Eurowings und die SunExpress unterwegs.

Für alle fünf Flugbetriebe hat die Ufo jeweils separate Tarifforderungen aufgestellt und sich in Urabstimmungen die Zustimmung der Mitglieder zu Streiks geholt. Die Zustimmung lag nach gewerkschaftlichen Angaben vom Freitag zwischen 77,5 und 96,2 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Ufo: Lufthansa lehnt Verhandlung mit Gewerkschaft seit Monaten ab

Lufthansa erkennt den noch am Freitag bestätigten Gewerkschaftsvorstand nicht als vertretungsberechtigt an und lehnt Verhandlungen mit der Ufo seit Monaten ab. Die DGB-Gewerkschaft Verdi stünde als Alternative zu Verfügung, hatte aber in der Vergangenheit nicht die Mehrheit der Beschäftigten hinter sich.

In der Auseinandersetzung hatte Ufo bereits am 20. Oktober einen 19-stündigen Warnstreik bei vier Lufthansa-Tochtergesellschaften veranstaltet und dabei mehr als 100 Flüge ausfallen lassen. Der letzte reguläre Ufo-Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft datiert aus dem Jahr 2015.

 

Die Ufo hat erhebliche innergewerkschaftliche Auseinandersetzungen hinter sich. Nach gegenseitigen Untreue-Vorwürfen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind aus dem einst siebenköpfigen Vorstand nur noch die Vorsitzende Sylvia de la Cruz und ihr Stellvertreter Daniel Flohr übrig. Die Neuwahl der Gewerkschaftsspitze soll zum 14. Februar stattfinden. Der langjährige Ufo-Chef Nicoley Baublies fungiert nach seiner Entlassung aus Lufthansa-Diensten als Pressesprecher der Gewerkschaft.

Streikankündigung: Lufthansa prüft rechtliche Schritte

Die Lufthansa will den angekündigten Streik der Flugbegleiter mit juristischen Mitteln stoppen. Man verurteile den "massiven" Aufruf der Gewerkschaft Ufo auf das Schärfste und prüfe rechtliche Schritte dagegen, erklärte ein Unternehmenssprecher am Montag in Frankfurt. Gleichzeitig werde mit Hochdruck an einem Ersatzflugplan gearbeitet.