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Energie

Studie der Uni Erlangen: Strom wäre ohne Energiewende genauso teuer

Millionen Haushalte stöhnen unter hohen Stromrechnungen. Die Ursache ist für Viele rasch ausgemacht: Die Energiewende. Dem widerspricht jetzt eine Erlanger Energieexperte: Ohne Energiewende wäre Strom für Haushalte heute keineswegs billiger, hat er errechnet.
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Foto: Holger Hollemann/dpa
Foto: Holger Hollemann/dpa
Strom in Deutschland wäre nach einer Studie von Energieexperten der Uni Erlangen für Haushalte auch ohne Energiewende so teuer wie heute, für die deutsche Wirtschaft dagegen deutlich teurer. Zwar wären Haushalte dann nicht mit der Erneuerbaren-Energie-Umlage belastet, müssten dafür aber wegen des dann hohen Marktpreises für Strom aus konventionellen Energien tiefer in die Tasche greifen, berichtete Prof. Jürgen Karl vom Lehrstuhl für Verfahrenstechnik der Uni Erlangen am Dienstag.

Dank Sonnen- und Windenergie lag der an der Leipziger Strombörse ermittelte Preis für elektrische Energie 2013 mit 3,78 Cent pro Kilowattstunde deutlicher niedriger als noch im Jahr 2011. Ohne Strom aus erneuerbaren Energien hätte der Strompreis an der Leipziger Strombörse bereits 2011 bei 8,39 Cent pro Kilowattstunde, im Jahr 2013 sogar bei 9,07 Cent gelegen. Strom wäre damit mehr als doppelt so teuer, gab Karl in der von Siemens finanzierten Studie zu bedenken.

Der Grund sei, dass mit Abschaltung einiger älterer, längst abgeschriebener Kohle- und Atomkraftwerke das Stromangebot aus konventioneller Energie 2011 spürbar zurückgegangen sei. Bei konventionellen Kraftwerken habe seit der Jahrtausendwende ein erheblicher Investitionsstau bestanden; dies hätte ohne den raschen Ausbau erneuerbarer Energien zu einer preistreibenden Versorgungslücke geführt. Ein stabiler Betrieb wäre ohne die Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom in den vergangenen Jahren nicht gewährleistet gewesen, ist Karl überzeugt.

Der Energieexperte räumte allerdings ein, dass von der seit Jahren sinkenden Preistendenz an der Strombörse ausschließlich Unternehmen profitiert hätten, die von der Erneuerbaren-Energie-Umlage befreit seien. Im Umkehrschluss bedeute dies, dass diese Unternehmen ohne Energiewende, also ohne die Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom, heute mehr als das Doppelte für die Kilowattstunde Strom bezahlen müssten. Die Einsparung der Wirtschaft wegen der niedrigen Strömbörsenpreise beziffert Karl allein für 2013 mit 31,6 Milliarden Euro.