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Heidelberg (Neckar)
Strompreis

Strompreise steigen ab 2020: Mehr als 170 Versorger erhöhen Preise zum 1. Januar

Obwohl bereits seit Monaten Rekordpreise gezahlt werden müssen, wird Strom zum Jahreswechsel für viele Kunden in Deutschland nochmals teurer. Laut Vergleichsportalen wollen mehr als 170 Anbieter ihre Preise zum 1. Januar 2020 anheben.
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Strom wird teurer: Schon zum Beginn des kommenden Jahres soll der Strompreis bei vielen Versorgern um mehr als 5 Prozent steigen. Foto: Jan Woitas/zb/dpa
Strom wird teurer: Schon zum Beginn des kommenden Jahres soll der Strompreis bei vielen Versorgern um mehr als 5 Prozent steigen. Foto: Jan Woitas/zb/dpa

Deutsche Stromkunden müssen neue Preiserhöhungen hinnehmen: Wie die Vergleichsportale Verivox und Check24 berichten, haben bereits mehr als 170 Versorger eine Anhebung der Preise für private Verbraucher zum 1. Januar angekündigt. Verbraucher müssen dann durchschnittlich über 5 Prozent mehr zahlen.

Laut Verivox, das einen Verbraucher-Atlas für Strompreiserhöhungen anbietet, wollen bislang 177 örtliche Stromversorger ihre Preise um durchschnittlich 5,4 Prozent erhöhen. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden müsse in den von den Strompreiserhöhungen betroffenen Regionen mit Mehrkosten von durchschnittlich 64 Euro pro Jahr rechnen.

Strompreise steigen erneut: Wo bleibt die versprochene Entlastung der Haushalte?

"Die Bundesregierung hat zwar erklärt, die Haushalte bei den Strompreisen entlasten zu wollen, doch davon ist bisher noch nichts angekommen", sagte Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox.

Das Portal Check24, das 171 angekündigte und seit August vorgenommene Preiserhöhungen zählt, ermittelte einen durchschnittlichen Anstieg von 5,3 Prozent. Preissenkungen habe bisher kein Stromanbieter vorgenommen oder angekündigt. "Verbraucher zahlen schon seit Monaten Rekordpreise für Strom", sagte Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24. "Daran wird sich auch 2020 nichts ändern." Für einen Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden hat Check24 ein durchschnittliches Plus von 82 Euro errechnet.

Weitere Anbieter ziehen wohl nach

Die Vergleichsportale erwarten, dass zahlreiche weitere Stromanbieter in den kommenden Tagen Preiserhöhungen zum 1. Januar ankündigen werden. Die Frist dazu laufe nächsten Mittwoch (20. November 2019) ab. Zuletzt hatte es zudem noch viele Erhöhungen im ersten Quartal 2019 gegeben.

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Als Grund für die Strompreiserhöhungen gaben die Versorger gestiegene Umlagen und Netzgebühren an. Die EEG-Umlage, über die der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, steigt zum Jahreswechsel um rund 5 Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde. Sie macht rund 22 Prozent des gesamten Strompreises aus. Auch die Gebühren für die Stromnetze, auf die ein weiteres knappes Viertel des Gesamtpreises entfällt, steigen, allerdings regional unterschiedlich.

Die Mehrheit der Netzbetreiber in Deutschland hat Verivox zufolge Erhöhungen von rund 6 Prozent angekündigt.

Sinkende Einkaufspreise nicht an Kunden weitergegeben

Laut Check24 kaufen die Versorger die Energie an der Strombörse im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent günstiger ein, die gesunkenen Preise würden bislang aber nicht an die Verbraucher weitergegeben.

Verbraucherschützer sehen die Stromanbieter in der Pflicht, für Preisstabilität zu sorgen. "Steigende Strompreise sind jetzt mit Blick auf den Klimaschutz ein völlig falsches Signal", sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding, auf dpa-Anfrage. Die Versorger könnten "mit den Spielräumen ihrer Beschaffungsstrategien Preisveränderungen durchaus so lange aufschieben, bis das Klimapaket greift".

Die Absichtserklärungen im Klimapaket der Bundesregierung müssten "zügig in Maßnahmen münden, die sauberen Strom günstiger machen und fossile Energien teurer", forderte Sieverding. "Es ist Zeit für ein belastbares Versprechen, dass die Strompreise für Verbraucher nicht mehr weiter steigen." Der Entwurf von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für das Kohleausstiegsgesetz sieht einen Ausgleich für ausstiegsbedingte Preiserhöhungen beim Strom vor. Unter anderem ist ein Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten vorgesehen.