Neuer Termin ist der 17. September. Sharefs Anwalt Heiko Lesch warf der Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht München Willkür und einen Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien vor. Er verlangte die Einstellung des Verfahrens.

So sei der Verteidigung kein ausreichender Einblick in die teils «chaotisch» geführten Ermittlungsakten im Siemens-Komplex gewährt worden, kritisierte Lesch und sprach von einem «ohne erkennbares Prinzip zusammengeschusterten Sammelsurium von Dokumenten». Von einer lückenlosen Dokumentation des Ermittlungsverfahrens sei man «Galaxien entfernt». Die Vorbereitung einer sachgerechten Verteidigung sei so nicht möglich gewesen.

Staatsanwalt Richard Findl erwiderte, der Antrag der Verteidigung erwecke den Eindruck, «als würde man versuchen, das Verfahren zu ersticken». Bis zum nächsten Verhandlungstermin will Findl nun eine ausführliche Stellungnahme erarbeiten. Die Vorsitzende Richterin ließ durchblicken, dass sie die Vorwürfe des Verteidigers nicht für völlig unbegründet hält.