«Wir sind enttäuscht, dass der Europäische Gerichtshof der Klage Großbritanniens in diesem Fall nicht stattgegeben hat», sagte ein Sprecher des britischen Finanzministeriums in London.

«Wir haben immer wieder gesagt, dass wir strenge und funktionierende Finanzregulierung wollen. Aber wann immer Macht an EU-Einrichtungen übertragen wird, muss das in Übereinstimmung mit den EU-Verträgen erfolgen, und es muss Rechtssicherheit gewährleistet sein.»

Der Artikel 28 der EU-Verordnung gibt der ESMA Eingriffsbefugnisse an den Märkten. Das Gericht stellte nun fest, dass diese Kompetenzen genau eingegrenzt seien und mit EU-Recht Einklang stünden.

Das Urteil ist laut Diplomaten ein wichtiges Signal für die Finanzmarktgesetzgebung in der EU. Denn auch die im Dezember von den EU-Finanzministern vereinbarte Einrichtung eines gemeinsames Abwicklungssystems für Pleitebanken gründet sich - wie die Leerverkäufe-Verordnung - auf den Artikel 114 des EU-Vertrags. Dieser Artikel erlaubt Regelungen für den gemeinsamen europäischen Binnenmarkt.