Wiesbaden

Rekordumsatz für Einzelhandel trotz Corona-Dämpfers

Corona-Lockdown Anfang 2021, 2G-Regel im wichtigen Weihnachtsgeschäft und Lieferengpässe: Viele Einzelhändler traf die Corona-Pandemie hart, auch wenn die Branche insgesamt gut abgeschnitten hat.
Einzelhandel
In einer Fußgängerzone sind zahlreiche Passanten unterwegs. Foto: Stefan Sauer/dpa

Deutschlands Einzelhändler haben trotz eines Umsatzrückgangs im Dezember im zweiten Pandemiejahr einen Rekordumsatz erzielt.

Vor allem dank des boomenden Online-Handels stiegen die Erlöse 2021 bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 0,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Nominal gab es für die Branche im Gesamtjahr ein Umsatzplus von 2,9 Prozent im Vergleich zum bisher umsatzstärksten Jahr 2020. Die Wiesbadener Statistiker korrigierten damit ihre erste Schätzung von Anfang Januar leicht nach unten.

Die erneuten Beschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus trafen allerdings viele Ladenbesitzer in den Innenstädten hart. «Teile des stationären Einzelhandels, etwa der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren, mussten auch im zweiten Jahr der Corona-Krise Umsatzeinbußen hinnehmen», bilanzierte das Bundesamt.

Die bundesweite Einführung der 2G-Regel, wonach viele Geschäfte nur noch Geimpfte und Genesene einlassen dürfen, sowie Lieferengpässe bremsten den Einzelhandel zum Jahresende. Von November auf Dezember sanken die Umsätze real um 5,5 Prozent, nominal betrug das Minus 4,9 Prozent.

Im Vergleich zum Dezember 2020, in dem seinerzeit Mitte des Monats die Corona-Maßnahmen verschärft worden waren, blieb der Umsatz real unverändert, nominal stiegen die Erlöse um 3,3 Prozent - «bedingt durch die starken Preissteigerungen», wie die Statistiker erläuterten.

Für den Internet- und Versandhandel gab es im Dezember 2021 einen Dämpfer: Sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnete der Bereich ein reales Umsatzminus von 5,7 Prozent. Die Umsätze im Internet- und Versandhandel lagen den Angaben zufolge mit plus 23,7 Prozent aber weiterhin deutlich über dem Niveau von Februar 2020, dem Monat vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland.