Berlin/München
Inflation

Preisschock im Supermarkt droht: Nudeln, Pizza und Waschmittel bald bis zu 25 Prozent teurer?

Auf Supermarkt-Kunden in Deutschland kommt ein Preisschock zu. Mehrere Hersteller beliebter Produkte, darunter Nudeln, Pizza und Kaffee, wollen ihre Preise teils deutlich anheben. Auch in anderen Bereichen müssen die Verbaucher laut Ifo-Wirtschaftsinstitut immer tiefer in die Tasche greifen. Wegen Lieferengpässen würde sogar manches Weihnachtgeschenk teurer werden als gewohnt.
 
Änderungen Einkaufen
Immer mehr Kunden bekommen beim Einkaufen die Folgen von steigenden Rohstoffpreisen und andauernden Lieferengpässen zu spüren. Foto: Imants Kaziluns/unsplash.com (Symbolbild)
  • Hersteller planen Preiserhöhungen bei beliebten Lebensmitteln 
  • Bis zu 25 Prozent Aufschlag im Supermarkt möglich: Waschmittel, Kaffee, Nudeln und Pizza betroffen 
  • Lieferengpässe im Einzelhandel: "Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden"

Kommt es bald zu einem massiven Preisanstieg in deutschen Supermärkten? Davon ist laut dem Portal merkur.de auszugehen, da gleich mehrere Produzenten Preiserhöhungen durchsetzen wollen. Das wäre die nächste Hiobsbotschaft für Verbraucher nach der Inflation, die derzeit so hoch ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr - wir haben im Überblick, was wirklich teurer geworden und wer besonders davon betroffen ist.

Einkaufen soll teurer werden: Höhere Preise für Pizza, Pasta und Kaffee

Das Portal bezieht sich auf einen Bericht der Bild, in denen die Pläne bekannter Hersteller aufgelistet werden. Demnach wollen Nudel-Hersteller wie Birkel oder Buitoni ihre Preise um 19 bis 25 Prozent zu erhöhen.

Auch der Lebensmittelkonzern Nestlé, zu dem  unter anderem die Maggi-Produkte und Wagner-Pizza gehört, plane laut Bild Preisaufschläge um mindestens 10 Prozent. Waschmittel und Reinigungsmittel von Henkel könnten ebenfalls teurer werden.

Kaffeeröster Tchibo habe demnach bereits Ende Mai die Preise erhöht. Bild zufolge verlange Tchibo nun bei manchen Produkten um die 14 Prozent mehr als gewohnt. 

Rohstoffkosten verursachen Preisschock 

Laut merkur.de sollen die erhöhten Kosten bei Rohstoffen der Grund für die enormen Preissteigerungen sein. Der Preis für Zucker und Getreide habe sich in nur einem Jahr um etwa 40 Prozent erhöht. 

Der Rohstoff Hartweizen sei ebenfalls teuer geworden. Dem Portal zufolge bezögen Nudel-Hersteller wie Barilla einen Großteil ihrer Rohstoffe aus Kanada. Dort sei die diesjährige Ernte allerdings sehr schlecht ausgefallen. Die Folge: Hartweizen und somit auch Nudelprodukte werden teurer. Durch die hohen Preise könnten manche Produkte, wie beispielsweise bunte Nudeln, dann auch gänzlich aus dem Sortiment verschwinden.

Discounter und Supermärkte wie Edeka, Rewe, Lidl, Aldi und Co. wehren sich derzeit noch vehement gegen die geplanten Preiserhöhungen der Hersteller - vor allem Edeka befindet sich aktuell im Konflikt mit Fabrikanten. Eine Einigung sei allerdings noch nicht in Sicht. 

Umfrage: Fast drei Viertel der Einzelhändler mit Lieferengpässen im September

Kunden im Einzelhandel müssen einer neuen Umfrage unter den Händlern zufolge mit Engpässen und höheren Preisen rechnen. 74 Prozent der befragten Einzelhändler klagten im September über Lieferprobleme, wie das Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) in München am Dienstag (12. Oktober 2021) mitteilte. "Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

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Im Fahrradeinzelhandel berichteten laut Pressemitteilung 100 Prozent aller befragten Unternehmen von Problemen bei ihren Bestellungen. „Gegenwärtig ist Sand im Getriebe der weltweiten Logistik. Zudem sind Frachtraten in der Schifffahrt deutlich erhöht worden“, sagt Wohlrabe. Bei den Baumärkten (99 Prozent) und Möbelhäusern zeigen sich die Nachwirkungen der Holzpreisrally im ersten Halbjahr.

Durch die Knappheit bei Chips und Halbleitern führt bei Händlern mit elektronischen Produkten aller Art dazu, dass nicht jedes Produkt sofort verfügbar ist. Das melden 97 Prozent der Einzelhändler von Unterhaltungselektronik. Im Kfz-Handel (88 Prozent) zeigen sich die Lieferprobleme laut Ifo insbesondere bei Elektroautos.

Lieferprobleme im Einzelhandel im September 2021: Die Engpässe im Überblick

Laut Ifo-Konjunkturangaben berichteten folgende Anteile der Einzelhandelsbranchen von Lieferproblemen im September 2021:

  • Fahrräder: 100 Prozent
  • Baumärkte: 98,9
  • Unterhaltungselektronik: 97,4
  • Möbel: 94,5
  • Kfz-Handel: 88,1
  • Elektronische Erzeugnisse und Haushaltsgeräte: 81,9
  • Computer und Zubehör, Software: 78,3
  • Lebensmitteleinzelhandel: 46,9

Als Konsequenz nehmen jetzt auch die Einzelhändler Preiserhöhungen ins Visier. „Die Industrie hat Preiserhöhungen angekündigt und diese kommt jetzt zwangsläufig im Einzelhandel an“, sagt Wohlrabe.

Mit Material von dpa

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