Berlin
Einkommensstudie

Pfleger, Kassierer & Busfahrer: Viel Verantwortung, wenig Lohn

Während der Corona-Krise stützen systemrelevante Berufsgruppen die Gesellschaft. Doch eine Studie zeigt: Viele Leistungsträger verdienen nicht ihrer Verantwortung gerecht.
 
Coronavirus - Schutzmaßnahmen im Einzelhandel
In Zeiten des Coronavirus erhalten systemrelevante Berufsgruppen, wie Kassiererinnen im Supermarkt, viel Applaus. Symbolfoto: Christian Charisius/dpa Foto: Christian Charisius (dpa)

Das Coronavirus hat Deutschland in eine Krise gestürzt. Doch obwohl das öffentliche Leben ruht, ist die Gesellschaft in einem stabilen Zustand. Das liegt insbesondere an Menschen, die in systemrelevanten Berufsgruppen arbeiten. Dazu zählen Pfleger, Rettungssanitäter, Busfahrer, Lokführer, Erzieher, Polizisten oder Kassierer. Leicht vergessen werden zum Beispiel auch Reinigungskräfte, die öffentliche Einrichtungen, Bürogebäude und Krankenhäuser tagtäglich desinfizieren. 

Nun zeigt eine Studie des "Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung": Die "Heldinnen" und "Helden" der Gesellschaft erhalten, in Zeiten keiner Corona-Pandemie, durchschnittlich weniger Einkommen sowie weniger berufliche Planungssicherheit als andere Berufsgruppen. 

Dabei muss jedoch innerhalb der Berufsgruppen differenziert werden: Beispielsweise kann das Gehalt eines Arztes natürlich nicht mit dem einer oben erwähnten Reinigungskraft verglichen werden. Der Arbeitsplatz ist allerdings derselbe: das Krankenhaus - und beide tragen Verantwortung in der Krise, viel Verantwortung. 

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Unabhängig von gruppenspezifischen Extremwerten macht die Studie deutlich: Durchschnittlich liegt der Bruttostundenlohn systemrelevanter Berufe um 15 bis 20 Prozent niedriger als in nicht systemrelevanten Berufen. Die angesprochene Reinigungskraft fällt, ähnlich wie ein Kassierer im Supermarkt, oftmals sogar in den Niedriglohnbereich (weniger als zwölf Euro pro Stunde). "Insgesamt lässt sich feststellen, dass über 90 Prozent der Beschäftigten in Berufen, die aktuell der kritischen Infrastruktur zugeordnet werden, nur einen unterdurchschnittlichen Lohn bekommen", betonen die Forscher in ihrer Studie. 

Eine weitere Erkenntnis daraus ist, dass die Löhne insbesondere in den systemrelevanten Berufsgruppen niedrig sind, in denen mehrheitlich Frauen arbeiten. Als Beispiele hierfür nennen die Autoren Reinigungsberufe, Erziehungsberufe oder Zustellungsberufe.