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Washington

Seit März mehr als 30 Millionen Arbeitslose in den USA

Die Lage am Arbeitsmarkt in den USA hat sich dramatisch zugespitzt. Die Corona-Krise hat zu Massenarbeitslosigkeit geführt. Auch die weiteren Prognosen sind düster.
 
Arbeitslose in den USA
Menschen warten vor einem Arbeitsamt in Salt Lake City. Foto: Rick Bowmer/AP/dpa

Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März sind mehr als 30 Millionen Menschen arbeitslos geworden.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche bis einschließlich 25. April belief sich auf 3,8 Millionen, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. In den fünf Wochen zuvor hatten bereits 26,4 Millionen Menschen ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die neue Gesamtzahl lag damit bei 30,2 Millionen seit Mitte März.

Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuteten zuletzt auf einen dramatischen Konjunktureinbruch hin. Vor der Zuspitzung der Pandemie hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen.

Die US-Arbeitslosenquote dürfte Experten zufolge bereits bei rund 15 Prozent liegen. Einen genauen Wert gibt es aber noch nicht, weil die Statistik zuletzt nicht mit der brachialen Geschwindigkeit der Jobverluste Schritt halten konnte. Neue Daten werden erst Ende kommender Woche veröffentlicht. Die Arbeitslosenquote hatte im Februar noch bei extrem niedrigen 3,5 Prozent gelegen. Viele Amerikaner verlieren auch ihre Krankenversicherung oder können sich diese nicht mehr leisten, wenn sie ihren Job verlieren.

Regierung und Kongress haben angesichts der Krise seit Ende März gewaltige Konjunkturpakete auf den Weg gebracht, um rund 2,7 Billionen US-Dollar in die leidende Wirtschaft zu pumpen. Davon sollen rund 650 Milliarden Dollar bereitstehen für ein Programm, das kleinen und mittelgroßen Unternehmen für die kommenden Monate weitgehend die Lohnkosten ersetzt, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu begrenzen.

Bis Februar hatte die US-Konjunktur noch gebrummt, an der Börse wurden Höchststände gemeldet, und Experten rechneten mit einem Wirtschaftswachstum von gut zwei Prozent. Doch die rasante Ausbreitung des Coronavirus seit Anfang März machte die guten Konjunkturaussichten zunichte - nun steuern die USA wegen der Corona-Krise auf eine tiefe Rezession zu. Das dürfte auch Präsident Donald Trump höchst ungelegen kommen, zumal er sich bei der Wahl im November um eine zweite Amtszeit bewirbt.

Von Januar bis einschließlich März ging die US-Wirtschaftsleistung auf das Jahr hochgerechnet im Vergleich zum Vorquartal um 4,8 Prozent zurück, wie das Handelsministerium am Mittwoch mitgeteilt hatte. Es war die größte Konjunkturdelle seit der globalen Finanzkrise. Bei den Daten handelt es sich um die erste Schätzung, der Wert könnte daher Ende Mai oder Ende Juni noch korrigiert werden. Im vierten Quartal 2019 war die US-Wirtschaft noch mit soliden 2,1 Prozent gewachsen.

In den USA haben sich Daten der Universität Johns Hopkins zufolge bislang rund eine Million Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert - das entspricht etwa jeder dritten bekannten Infektion weltweit. Rund 61.000 Menschen sind nach einer Infektion gestorben. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 auslösen.