Franken
Umweltschutz

McDonald's: Fast-Food-Riese will in Zukunft Plastik vermeiden - nur Image-Pflege?

McDonald's will in Zukunft weniger Plastik produzieren. In Berlin wurden bereits erste Maßnahmen getestet. Welche Lösungen McDonald's hat und wie der Chef von McDonald's Deutschland zum Thema Umweltschutz steht, erfahren Sie hier.
Artikel drucken Artikel einbetten
McDonald's versucht in Zukunft weniger Plastik zu produzieren. Welche Maßnahmen der Fast-Food-Konzern ergreift, erfahren Sie hier.Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
McDonald's versucht in Zukunft weniger Plastik zu produzieren. Welche Maßnahmen der Fast-Food-Konzern ergreift, erfahren Sie hier.Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

35.000 Standorte, 97,72 Milliarden Euro Umsatz: McDonald's ist eines der größten Unternehmen der Welt. Im Bereich der Schnellrestaurants ist die Fast-Food-Kette schon lange die unumstrittene Nummer Eins. Sowohl umsatztechnisch als auch bei Betrachtung der Unternehmensgröße ist McDonald's der Konkurrenz weit voraus (laut Handelsblatt, Stand 2017). Doch mit einer solchen Position kommt auch große Verantwortung, nicht nur gegenüber den Kunden, sondern auch der Umwelt. Doch McDonald's genießt in der Öffentlichkeit nicht den besten Ruf hinsichtlich seiner Umweltbilanz: Massentierhaltung, Gentechnik und Umweltverschmutzung sind nur ein paar der Vorwürfe, die sich das Unternehmen gefallen lassen muss.

Doch wo Probleme sind, da wird nach Lösungen gesucht: Deshalb versucht McDonald's gerade, seinen Verbrauch an Verpackungsmüll verstärkt einzudämmen. Einige Maßnahmen, die hierfür ergriffen werden sollen, wurden vom 17. bis zum 26. Juni 2019 in einem Einkaufszentrum in Berlin getestet.

McDonald's: Maßnahmen für den Umweltschutz

Die Baustelle ist riesig, denn so gut wie jedes Produkt bei McDonald's ist in irgendeiner Form verpackt. Zu den getestete Alternativlösungen der Fast-Food-Kette gehörten unter anderem:

  • Mehrwegbecher anstelle von Einwegbechern für Getränke
  • Trinkhalme aus Papier anstelle von Plastikröhrchen
  • PE-kaschierte Papier-Schalen anstelle von Plastik-Schalen bei Salaten
  • Papiertüten anstelle von Boxen bei Chicken McNuggets
  • Waffelbecher anstelle von Plastiktütchen bei Soßen wie Ketchup und Mayonnaise
  • Graspapier anstelle von herkömmlichen Verpackungen für Burger
  • Besteck aus Holz anstelle von Plastikbesteck

Jeder Besucher wurde nach seinem Besuch dazu aufgefordert, sein Menü und die umweltfreundlichen Alternativen zu bewerten.

McDonald's Chef Deutschland: "Es braucht Lösungen, die das Geschäft nicht negativ beeinflussen"

Die Resonanz der zehntägigen Testphase war, laut Deutschlands McDonald's Chef Holger Beeck, "positiv". Dies gab der Unternehmenschef in einem Interview mit der Tageszeitung "Der Tagesspiegel" bekannt. Die umweltfreundlichen Alternativen kamen gut beim Kunden an, bis auf das Holzbesteck. Angeblich würde der Holzlöffel beim McFlurry Einfluss auf den Geschmack des Softeises nehmen.

Laut Beeck sollen schon in diesem Jahr einige der verpackungssparenden Änderungen großflächig übernommen werden. Der Großteil der Maßnahmen wird allerdings erst im kommenden Jahr eingeführt. Doch nicht nur beim Kunden entsteht Müll, sondern auch hinter dem Tresen. Laut Beeck wird rund ein Drittel des Verpackungsabfalls von den McDonald's Filialen selbst produziert. Auch hierauf hat McDonald's bereits eine Lösung. Beeck erklärt: "Unsere Buns und der Salat werden schon seit vielen Jahren in Mehrwegkörben ins Restaurant geliefert, das funktioniert sehr gut. Und wir prüfen fortwährend, wo in der Küche Verpackungen eingespart werden können".

Durch die geplanten Verbesserungen soll also die gesamte Müllproduktion gesenkt werden: "Wir erwarten, dass wir durch die Schritte in diesem und nächsten Jahr insgesamt circa 1000 Tonnen pro Jahr weniger Plastik verbrauchen", so Beeck.

Der McDonald's Chef legt offen dar, dass die geplanten Veränderungen natürlich eine Reaktion auf das Plastikverbot der EU sind, welches ab 2021 in Kraft treten wird. Somit sei man bereit Änderungen einzuführen, allerdings braucht es "Lösungen, die das Geschäft nicht negativ beeinflussen", erklärte Beeck. Auf die Frage, ob es sich bei den Änderungen denn nur um Image-Pflege handle, antwortete der McDonald's Chef, dass man natürlich nicht vorgebe, die Welt zu retten. Man könne aber selbst ein Stücken besser werden. "Ich bin fest davon überzeugt, dass insbesondere unsere jungen Mitarbeiter uns da in die richtige Richtung bringen."

Wie weit der Fast-Food-Großkonzern bereit ist zu gehen, um der Umwelt einen Gefallen zu tun und eventuell den eigenen Gewinn einzuschränken, ist fraglich. Jedoch sind die bereits ergriffenen Maßnahmen ein guter und wichtiger Schritt - ein Schritt in einen plastikfreie Zukunft.

"Big Mac": McDonald's verliert Rechte am Burger - warum der Fastfood-Riese jetzt teilen muss

"McDonald's" verliert die Markenrechte am beliebten Burger "Big Mac". Eine EU-Behörde sorgt dafür, dass der Fastfood-Gigant die Rechte an einem seiner bedeutendsten Produkte verliert.