«Wir brauchen das «Girokonto für Jedermann». Jeder sollte das Recht auf ein Basiskonto haben», sagte Maas. Im Berufs- und im Wirtschaftsleben komme fast niemand mehr ohne eines aus.

Dennoch hätten in Deutschland rund 670 000 Menschen kein eigenes Girokonto - darunter Obdachlose, Saisonarbeiter, freie Dienstleister oder Gaststudenten. Das EU-Parlament hatte im April einem Rechtsanspruch jedes Bürgers - auch ohne festen Wohnsitz - auf ein Konto zugestimmt. Das Gesetz muss bis spätestens 2016 in den einzelnen EU-Mitgliedsländern national umgesetzt werden.

Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Nicole Maisch, mahnte ein rasches Handeln an: «Maas muss die EU-Vorgabe zügig umsetzen und nicht nur ankündigen.» Das neue «Girokonto für Jedermann» dürfe zudem nicht durch überhöhte Gebühren oder eingeschränkte Funktionen zu neuen Diskriminierungen führen.

Maas hatte in der Zeitung auch seine Ansicht bekräftigt, dass Banken solchen Kunden, die länger teure Dispokredite nutzen müssen, künftig verpflichtende Beratungsgespräche anbieten sollen. So könne etwa die Umwandlung in Ratenkredite empfohlen werden. Union und SPD hatten bereits in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Institute verpflichtet werden sollen, Kunden mit einem überzogenen Konto zu warnen und ihnen bei längerer Inanspruchnahme günstigere Alternativen anzubieten. Mass dringt auch darauf, dass die Dispozinsen verschiedener Banken im Internet besser verglichen werden können.