Franken
Notlüge

Lügen am Arbeitsplatz: Diese Notlügen sind in Ordnung - diese Flunkereien gehen zu weit

Um aus einer unangenehmen Situation zu kommen oder gar nicht erst in diesen zu geraten, wird schnell zu einer Notlüge gegriffen. Kleinere Lügen gehören zum Alltag dazu. Werden die Folgen daraus allerdings zu groß, sollte lieber von Anfang an die Wahrheit gesagt werden.
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Lügen am Arbeitsplatz: Was im ersten Moment wie unrühmlicher Frevel wirkt, ist alltäglicher als viele Menschen denken. Denn die meisten Arbeitnehmer greifen pro Tag sogar mehrmals zu kleineren Notlügen. Zwar ist die Wahrheit im Zweifel immer besser, kann uns die ein oder andere Notlüge vor unangenehmen Situationen schützen. inFranken.de zeigt welche Notlügen noch in Ordnung sind und welche lieber unausgesprochene Gedanken bleiben sollten.

1.) "Die E-Mail ist gerade eben rausgegangen!"

Es ist normal in der Arbeit auch mal etwas zu verbummeln. Das kann zum Beispiel eine einfache Mail über ein paar Informationen an einen oder mehrere Kollegen sein. Wird man darauf angesprochen, wo denn die Mail bleibt oder ob sie überhaupt schon geschickt wurde, greift man schnell mal zu dieser Notlüge. Macht man es nicht und gibt das Versäumnis zu, wird man schnell Opfer verurteilender Blicke oder sogar einer kleinen verbalen Rüge des Vorgesetzten.

Die Lüge ist soweit in Ordnung, solange die entsprechende Mail kurze Zeit später wirklich erfolgt. Kommt die Mail nicht zeitnah bei den Empfänger an, fliegt die Lüge auf und man ist im schlimmsten Fall doppelt am Pranger: Erstens für das Versäumnis und zweitens für die Lüge.

2.) "Der Kollege ist gerade im Meeting"

Ruft jemand Externes, ein Kollege oder der Vorgesetzten an, wird das Telefon normalerweise weitergereicht oder das Telefonat weiterverbunden. Ist der Kollege aus nicht zu erklärenden Gründen nicht in der Lage ans Telefon zu gehen, wird solidarisch schnell zu dieser Notlüge gegriffen. Das sogenannte "Meeting" kann dabei als charmanter Platzhalter für viele Nebenbeschäftigungen sein. Sei es ein längerer Kloaufenthalt, eine zu lange Kaffeepause, ein Plausch mit der hübschen Praktikantin, eine Highscore-Jagd bei Doodle Jump oder das man wirklich nicht weiß, wo sich der Kollege aktuell aufhält.

In jedem Fall sei die Lüge verziehen, wenn der Kollege möglichst bald wieder am Arbeitsplatz erscheint und seine Anrufe oder Gäste selbst in Empfang nehmen kann. Sollte das auf absehbare Zeit nicht möglich sein, sollte auf die Notlüge lieber verzichtet werden, um sich nicht selbst zu schaden.

3.) "Ich spreche fließend mehrer verschiedene Sprachen"

Mehrsprachigkeit ist eine wertvolle Kompetenz, wenn man die Sprachen auch tatsächlich beherrscht. Sollte diese für den Job zwingend notwendig sein, sollte hier von einer Notlüge, um seine Position zu stärken, abgesehen werden. Die Flunkerei würde früher oder später mit Sicherheit auffliegen und am Ende für unnötigen Stress sorgen.

Sollten die angegeben Sprachen für den Job nicht von Nöten sein, sollte trotzdem so ehrlich wie möglich angegeben werden, welche Sprachen man wie gut beherrscht. In großen Zufällen ist genau die Sprache auf einmal gefordert, die man als große Kompetenz angegeben hat. Sind die Kenntnisse dann nicht dementsprechend vorhanden, können sich Kollegen und Vorgesetzte schnell veräppelt fühlen: Deshalb hier lieber wirklich bei der Wahrheit bleiben.

4.) "Das ist eine tolle Idee"

Auch wenn man von vielen Vorschlägen der Kollegen, was die Arbeit betrifft, nicht immer einverstanden ist, greifen viele Menschen zu dieser charmanten Notlüge. Einem anderen Menschen direkt vor den Kopf zu stoßen fällt den meisten Leuten schwer. Klar ist hier: Früher oder später muss die Wahrheit auf den Tisch! Doch das "wie" ist dabei nicht zu vernachlässigen.

Mit jener Notlüge erkauft man sich Zeit. Zeit, die man dafür investieren kann noch mal genau über die Idee nachzudenken und ob nicht doch ein gewinnbringender Aspekt dabei war. Oder in der anderen Richtung, um genügend gute Argumente dafür zu sammeln, um zu erklären, warum die Idee doch nicht so gut ist. So kann dem entsprechenden Kollegen in einem zeitnahen Gespräch erläutert werden, warum man anderer Meinung ist. Menschliche Empathie und Respekt sind hier die Schlüsselkompetenzen.

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Symbolfoto: rawpixel/pixabay.com