Die Schockwellen des Führungsdramas erreichten auch Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wünscht sich ein Ende der Turbulenzen. Aus Sicht der Kanzlerin sei Siemens ein Flaggschiff der deutschen Wirtschaft, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter am Montag. «Deshalb ist es ihr wichtig, dass dieses Weltunternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser gerät.»

Löscher galt in den vergangenen Jahren als wichtiger Berater Merkels. Sie habe den Manager, seine Arbeit und seine Fachkompetenz immer sehr geschätzt: «Sie erinnert sich auch besonders an sein großes Engagement als Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft», sagte der Sprecher. Abseits des Dramas um den Rauswurf erholte sich am Montag der Aktienkurs des Konzerns ein Stück vom Schock der Gewinnwarnung, die am vergangenen Donnerstag das vorzeitige Ende der Karriere Löschers bei Siemens eingeläutet hatte.