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Lidl verbannt umstrittenes Nestlé-Produkt ab November aus den Regalen

Der Lebensmittel-Riese Nestlé wird heftig für seine Art der Wassergewinnung in der französischen Kleinstadt Vittel kritisiert: Deren Grundwasserspiegel sinkt nämlich drastisch ab. Lidl will dem Konzern nun den Rücken kehren.
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Der Discounter Lidl wird seine Verträge mit dem Schweizer Unternehmen Nestlé Ende Oktober 2021 auslaufen lassen. Foto: Ralf Welz / inFranken.de (Symbolbild)

Rund eine Milliarde Liter Wasser pumpt der Lebensmittelkonzern Nestlé jährlich in der französischen Kleinstadt Vittel ab. Nun gab das Unternehmen selbst zu, damit die vertraglich festgesetzten Mengen bei Weitem zu überschreiten, um seine Produkte dann europaweit zu verkaufen. Anwohner, Landwirte und Naturschützer befürchten, dass die örtlichen Brunnen bald versiegen könnten. Die Supermarktkette Lidl reagiert nun mit einem drastischen Schritt auf die Vorwürfe.

Schon seit Jahren steht Nestlé für diese Art der Wassergewinnung in der Kritik. Bisher war Lidl einer der wichtigsten Vertriebspartner für den Verkauf des Mineralwassers „Vittel“. Nestlé gab jetzt aber bekannt, dass die Verträge mit dem Discounter Ende Oktober 2021 und „nach gemeinsamer Abstimmung“ auslaufen werden, wie eine Sprecherin des Konzerns gegenüber dem Nachrichtenportal „Manager-Magazin“ sagte. Ob auch andere Verträge mit weiteren Supermärkten nicht verlängert werden, ist derzeit allerdings nicht bekannt.

Seit 1990 gewinnt Nestlé Wasser aus der Kleinstadt Vittel, der Vertrag läuft noch bis 2027. Dass die Wassergewinnung zu einem Absinken des lokalen Grundwasserspiegels führt, ist dem Konzern schon seit längerem bekannt. So hatte Ronan Le Fanic, der Leiter der örtlichen Nestlé-Fabrik, in einem ZDF-Interview zugegeben, dass mehr Wasser abgepumpt werde, als sich auf natürlichem Weg regenerieren kann. Das Unternehmen rechtfertigt sein Vorgehen aber damit, dass Nestlé Steuern an die Gemeinde zahle, zudem rund tausend Mitarbeiter aus der Region beschäftige und die abgepumpten Wassermengen mittlerweile reduziert habe.

Wie groß ist die Auswahl in unseren Supermärkten wirklich? Diese Mega-Konzerne kontrollieren fast alles, was wir essen!