Über die Internetseite des vor 62 Jahren in Frankfurt gegründeten Unternehmens sollen noch bis Sonntag Bestellungen mit hohen Rabatten möglich sein, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte. Verbraucherschützer warnten allerdings davor, Vorauszahlungen auf bestellte Waren zu leisten.

Neckermann wird ab dem kommenden Montag (1. Oktober) abgewickelt. Bis auf eine kleine Rumpfmannschaft zur technischen Abwicklung verlieren rund 2000 Beschäftigten am Stammsitz Frankfurt und einer Niederlassung in Sachsen-Anhalt zum Monatsende ihre Jobs und müssen sich ab Montag arbeitslos melden.

In einem monatelangen Verfahren war kein Investor für das Unternehmen oder Teile davon gefunden worden. Einzige Ausnahme ist die in einem separaten Insolvenzverfahren geführte Übergrößen-Tochter «Happy Size», die mit rund 80 Beschäftigten an den Pforzheimer Versand Klingel zur Weiterführung verkauft wurde.

Die vorläufigen Insolvenzverwalter Michael Frege und Joachim Kühne von der Kanzlei CMS Hasche Sigle haben für Montag die Vorlage ihres Insolvenzberichts angekündigt. Auf dieser Grundlage wird das Amtsgericht Frankfurt voraussichtlich das ordentliche Insolvenzverfahren eröffnen, in dem dann die Liquidation sämtlicher noch vorhandener Vermögenswerte ansteht.

Dazu zählen Anlagen, Markenrechte, Internet-Adressen und die Kundenliste. Die verbliebenen Waren sollen an Großabnehmer gehen, ein letzter Ausverkauf an Privatkunden ist nicht geplant. Der Erlös geht an die Gläubiger des vor 62 Jahren von Josef Neckermann gegründeten Unternehmens, das zuletzt dem US-Investor Sun Capital gehörte.

Unabhängig davon geht die Investorensuche beim Ableger Neckermann Versand Österreich (NVÖ) weiter. Das Unternehmen trage sich derzeit selbst und müsse einen bereitgestellten Fortführungskredit nicht bemühen, berichtet die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf den Kreditschutzverband AKV.