Berlin
Lebensmittelknappheit

Bitte keine Hamsterkäufe: Aldi, Lidl, Edeka und Co. wenden sich mit Appell an ihre Kunden - das ist der Grund

Leere Supermarkt-Regale wegen des Ukraine-Krieges: Vor allem Speiseöl und Mehl werden in Deutschland zurzeit knapp. Der Lebensmittelverband und zahlreiche Supermärkte appellieren nun an die Verbraucher: Es gebe keinen Anlass für Hamsterkäufe.
Kein Grund für Hamsterkäufe: Edeka, Rewe, Aldi & Co. mit dringender Bitte an Kunden
Durch den Krieg in der Ukraine fürchten viele Deutsche offenbar eine Lebensmittelknappheit. Der Handel sieht dagegen keinen Anlass für Hamsterkäufe. Foto: Richard Burlton/unsplash.com (Symbolbild)

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) hat an die Menschen in Deutschland appelliert, Hamsterkäufe zu unterlassen. "Bitte verhalten Sie sich solidarisch und kaufen nur das, was Sie unmittelbar benötigen", sagte BVLH-Sprecher Christian Böttcher am Dienstag (15. März 2022). Zuvor hatte der das Redaktionsnetzwerk Deutschland darüber berichtet.

In sozialen Medien hatte es wiederholt Meldungen über Engpässe bei Speiseöl, aber auch bei Mehl in einzelnen Geschäften sowie Berichte über Mengenbeschränkungen beim Verkauf in manchen Märkten gegeben. Der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid) hatte gewarnt, dass Sonnenblumenöl in der Bundesrepublik wegen des Ukraine-Krieges schon in einigen Wochen Mangelware werden könne. Allerdings könnten Verbraucherinnen und Verbraucher problemlos auf andere Speiseöle wie Rapsöl umsteigen - allerdings soll es auch hier bereits leere Supermarktregale gegeben haben.

Supermärkte und Bundesverband appellieren: Es gibt keinen Anlass für Hamsterkäufe

Die Handelsketten bemühten sich bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur, Ängste vor Lieferengpässen zu zerstreuen. Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka erklärte: "Es gibt weiterhin keinen Anlass, zusätzliche Vorräte anzulegen." Edeka könne in enger Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten eine ausreichende Versorgung mit allen Produkten des täglichen Bedarfs sicherstellen. In Einzelfällen könnte es bei bestimmten Produkten zu kurzzeitigen Lieferengpässen kommen. Dies betreffe insbesondere Speiseöle, die zum Teil auch aus der Ukraine stammten. Doch könnten die Kunden auf Alternativen ausweichen. Je nach der Situation vor Ort riefen Edeka-Kaufleute dazu auf, nur haushaltsübliche Mengen bestimmter Artikel einzukaufen.

Auch der Wettbewerber Rewe appellierte, Produkte nur in haushaltsüblichen Mengen einzukaufen. "Nur auf Abverkäufe in dieser Größenordnung sind die Produktionsmengen und die Lieferlogistik der gesamten Lebensmittelkette im Einzelhandel ausgerichtet", betonte der Handelsriese.

Der Discounter Aldi Süd teilte mit, er beobachte eine stärkere Nachfrage bei einigen Warengruppen. So könne es sein, dass einzelne Artikel kurzzeitig vergriffen seien. "Bei größeren Nachfragen behalten wir uns wie immer vor, die Abgabemenge pro Kunde vorübergehend einzuschränken."

Aldi und Lidl: Kurzzeitige Engpässe bei bestimmten Produkten möglich

Lidl betonte: "Die Warenversorgung in den Filialen unserer Handelssparten ist grundsätzlich sichergestellt. Lediglich bei einzelnen Produkten kann es zu Lieferverzögerungen kommen." Doch stünden genügend Alternativen zur Verfügung.

BVLH-Sprecher Böttcher sagte, es sei richtig, wenn Handelsketten die Abgabe von Produkten bei geringen Warenbeständen auf haushaltsübliche Mengen begrenzten.

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