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Berlin
Kritik an Discounter

Kartellamt warnt Aldi, Lidl & Co.: Milch und Fleisch zu "Dumping-Preisen"?

Die großen deutschen Lebensmittelkonzerne treffen sich am Montag mit Kanzlerin Merkel und Ministerin Glöckner in Berlin zum Handelsgipfel.
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Vor dem Handelsgipfel im Bundeskanzleramt hat der Präsident der Kartellamtes die großen Supermarkt- und Discounterketten gewarnt. Symbolfoto: Marius Becker/dpa
Vor dem Handelsgipfel im Bundeskanzleramt hat der Präsident der Kartellamtes die großen Supermarkt- und Discounterketten gewarnt. Symbolfoto: Marius Becker/dpa

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat für kommenden Montag (3. Februar 2020) einen Lebensmittel-Gipfel in Berlin anberaumt. Vor dem Handelsgipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Andreas Mundt, Präsident des "Bundeskartellamtes" große Lebensmittelhändler in Deutschland gewarnt, die Grenze zum Machtmissbrauch nicht zu überschreiten. Er sagte gegenüber dem Tagesspiegel: "Die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels dürfen ihre Macht nicht dazu missbrauchen, die Konditionen einseitig zulasten der Erzeuger und Produzenten festzusetzen."

Aldi, Lidl, Kaufland, Rewe und Edeka - ein Marktanteil von 85 Prozent

Die Lebensmittelgiganten "Aldi", "Lidl", "Kaufland", "Rewe" und "Edeka", besitzen in Summe einen Marktanteil von 85 Prozent. Die Handelsriesen fahren aktuell eine Strategie der Niedrigpreispolitik. Laut Angaben der Umweltschutzorganisation "Greenpeace" habe sich die Wettbewerbssituation unter Supermärkten und Discountern nochmals intensiviert. Im Hinblick auf das Tierwohl solle der Handel, "auf Werbung für Fleisch zu Dumpingpreisen verzichten", sagte "Greenpeace"-Landwirtschaftsexpertin dem Tagesspiegel.

CDU-Agrarministerin Julia Klöckner hatte zuletzt öffentlich kritisiert, dass die Lebensmittelpreise in Deutschland zu günstig seien. Zudem zeigte Klöckner Verständnis für die derzeitige Kritik und Sorge der Bauern: "Ich kann den Ärger der Bauern verstehen. Es ist wie David gegen Goliath, wenn Bauern mit dem Handel verhandeln", so Klöckner gegenüber der dpa.

In Franken kam es am Wochenende erneut zu Bauerndemonstrationen: Auf Veranstaltungen diskutierten Robert Habeck und Markus Söder mit besorgten Landwirten.