Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte am Mittwoch seine Prognose für dieses Jahr von 8 Prozent auf 7,75 Prozent. «Das ist immer noch ein starkes Wachstum», sagte der stellvertretende IWF-Direktor David Lipton vor Journalisten in Peking.

Die Prognose liege noch immer über der offiziellen Vorgabe von 7,5 Prozent. 2012 hatte das Wachstum Chinas bei 7,8 Prozent gelegen - dem schwächsten Jahr seit 1999.

Im Vergleich zum minimalen Wachstum in Europa und den USA erscheinen Wachstumszahlen wie in China bemerkenswert, doch sind sie für ein Schwellenland wie China mit seinem Nachholbedarf nicht hoch.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stehe vor einer herausfordernden Reformagenda, um langfristig das hohe Wachstum zu sichern, erklärte die Expertengruppe des IWF. Sie sieht Risiken in den hohen Schulden und einer undurchsichtigen Kreditvergabe.

Inklusive der lokalen Behörden geht der IWF von einer Gesamtverschuldung Chinas von etwa 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus.

Für das vergangene Jahr bezifferte der IWF die Verschuldung mit 10 Prozent des BIP. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Wirtschaftswachstum ohne große Investitionsprogramme der Regierung weiter eingebrochen wäre.

China hatte Milliarden in Konjunkturprogramme gepumpt. Trotzdem hatte das Wachstum im ersten Quartal 2013 mit 7,7 Prozent unter den Erwartungen von Experten gelegen.

Insgesamt gehe es in China nun um einen Wandel des Wachstumsmodells weg vom Export. Lipton forderte «einen entschiedenen Vorstoß für höhere Haushaltseinkommen und einen stärkeren Binnenkonsum».

Während es bereits gute Fortschritte im Wandel weg vom Export gebe, sei das Wachstum teilweise zu stark auf Investitionen angewiesen.