Bamberg
Kommentar

Hartes Geschäft über den Wolken

Von der Insolvenz der Air Berlin profitiert vor allem einer - die Lufthansa, meint unser Kommentator.
 
Foto: Christoph Schmidt, dpa
Foto: Christoph Schmidt, dpa
Es ist eine Art Sommerschlussverkauf, der nun im deutschen Luftverkehr begonnen hat. Angeboten werden interessante Teile von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin. Und wie es bei solchen Verkaufsangeboten üblich ist, haben sich die Schnäppchenjäger schon postiert. Allen voran die deutsche Nummer eins, die Lufthansa. Diese wartet schon lange darauf, auf so einem Weg günstig an brauchbare Flugzeuge zu kommen.
Nun kam die Insolvenz der Air Berlin alles andere als überraschend.Die Fluglinie, die sich nach der Wiedervereinigung werbewirksam in Szene setzte, befindet sich spätestens seit dem Börsengang im Jahr 2006 im wirtschaftlichen Sinkflug. Wer damals als Aktionär rund zwölf Euro für eine Aktie des Unternehmens investierte, erhält dafür heute noch 40 Cent.


Urlaubszeit - günstige Gelegenheit?

Billigflieger Ryanair wird mit seinem Vorwurf der "künstlich erzeugten Insolvenz" da nicht weit kommen, obwohl die Iren sicher nicht ganz unrecht haben, wenn sie deutsche Absprachen im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Insolvenz (Urlaubszeit) vermuten. Das Geschäft ist hart, und Europas größter Luftverkehrskonzern schickt sich an, im Billigsegment aufzuholen. Und das geht für die Lufthansa nur mit Wachstum.
Übrig bleiben am Ende eine gestärkte deutsche Nummer eins, die vom Ende der Nummer zwei profitiert, und ein Hauptstadtflughafen ohne Aussicht auf ein Drehkreuz.
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