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Wirtschaft

Großkonzern Karstadt und Kaufhof: Kartellamt bestätigt Fusion

Mit der Zustimmung des Bundeskartellamtes steht der Fusion von Karstadt und Kaufhof nichts mehr im Wege. Doch wird der Zusammenschluss schwarze Zahlen bringen?
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Das Bundeskartellamt hat der Fusion von Kaufhof und Karstadt zugestimmt. Foto: Martin Gerten/dpa
Das Bundeskartellamt hat der Fusion von Kaufhof und Karstadt zugestimmt. Foto: Martin Gerten/dpa

Das Bundeskartellamt sagt "JA". Am Freitag bestätigte der Kartellamtspräsident Andreas Mundt die Fusion von Karstadt und Galeria Kaufhof. "Wir haben das Vorhaben intensiv geprüft. Weder aus der Perspektive der Verbraucher, noch aus Sicht der Hersteller und Lieferanten gab es durchschlagende wettbewerbliche Bedenken." Neben der Vielzahl der Konkurrenten im stationären Geschäft, sorge auch der Online-Handel für zusätzlichen Wettbewerbsdruck.

Der neue Einzelhandelsriese wird europaweit 243 Standorte haben und rund 32.000 Mitarbeiter beschäftigen. Unter dem Dach der neuen Holding werden nicht nur die deutschen Kaufhof- und Karstadt-Filialen vereint, sondern auch die Karstadt-Sporthäuser, die europäischen Filialen der Outlet-Kette Saks Off 5th, die Galeria-Inno-Kaufhäuser in Belgien, die erst kürzlich gegründeten Hudson's-Bay-Warenhäuser in den Niederlanden sowie eine Reihe von Internet-Anbietern.

Beweggründe zur Fusion war die Bedrohung des stetig steigenden Billiganbieter wie Primark oder Online-Händler wie Amazon, aber auch die Konkurrenz der großen Einkaufszentren. Auch die kritische Lage von Kaufhof veranlasste ein Zusammenschluss.Die Kölner kämpfen seit der Übernahme durch HBC Ende 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Karstadt hat nach einer harten Sanierung unter Führung Fanderls gerade erst die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft.

Von dem Zusammenschluss erhoffen sich die beiden Ketten eine Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition. Die Bündelung von Einkaufsmacht dürfte es Kaufhof und Karstadt ermöglichen, bessere Konditionen von den Lieferanten zu bekommen. Außerdem könnten nach Einschätzung von Branchenkennern in der Verwaltung, Datenverarbeitung und Logistik beträchtliche Summen gespart werden.

Geleitet werden soll das zusammengeschlossene Unternehmen von Karstadt-Chef Stephan Fanderl. Der Manager betonte bei der Bekanntgabe der Fusionspläne, die Warenhausketten hätten mit der Fusion "eine ideale Lösung gefunden, um sich im umkämpften deutschen und europäischen Einzelhandelsmarkt erfolgreich zu positionieren". Auf das neue Unternehmen warte jetzt eine Phase harter Arbeit und großer Herausforderungen.

Was die Fusion für Beschäftigte und Kommunen bringen wird, darüber besteht im Moment noch große Ungewissheit. Weder gibt es Zahlen zum erwarteten Stellenabbau, noch Angaben über mögliche Schließungen. Karstadt-Eigentümer René Benko bemühte sich zuletzt jedoch Ängste vor drastischen Einschnitten zu dämpfen: "Natürlich müssen wir sanieren, aber wir werden wie bisher um jede Filiale kämpfen und versuchen, sie in die schwarzen Zahlen zu bringen", betonte er.