An die betroffenen Kunden würden voraussichtlich 730 Millionen Euro ausgezahlt, teilte die Allianz Deutschland AG am Dienstag in München mit. Nach Rückversicherung bleibt für das Unternehmen ein Nettoaufwand für Naturkatastrophen von 380 Millionen Euro.

Nach der Hochwasserkatastrophe im Nordosten Deutschlands und in Bayern hatten Kunden dem Unternehmen rund 48 000 Schäden gemeldet. Zwei Drittel davon seien bereits vollständig reguliert, erklärte die Allianz Deutschland. Von den Nettobelastungen von 380 Millionen Euro entfallen 237 Millionen Euro auf die Flut und 107 Millionen Euro auf zwei Hagelstürme im Mai und Juni.

Das erste Halbjahr haben außerdem Kosten für die Schließung der defizitären Allianz Bank belastet, die Ende Juni ihre Geschäftstätigkeit beendete. Davon betroffen sind rund 450 Beschäftigte. Ein Teil wird nach Angaben eines Unternehmenssprechers im Konzern unterkommen. Außerdem sei man unter anderem in Gesprächen über Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen.

Die Umbaukosten drückten im ersten Halbjahr auf das operative Ergebnis des Banksegments: Es fiel von minus 10 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012 auf minus 99 Millionen Euro. Das Geschäft der Oldenburgischen Landesbank (OLB) sei davon nicht betroffen, sagte ein Unternehmenssprecher. Sie soll weiterhin Teils des Allianz Konzerns bleiben und ihr Geschäft fortsetzen. «Die OLB steht stabil da», sagte der Sprecher. Genaue Zahlen will die Bank an diesem Mittwoch vorlegen.

Ihren Umsatz konnte die Allianz Deutschland um fast 7 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro steigern. In der Lebensversicherung profitierte das Unternehmen vor allem von kräftigen Zuwächsen bei Einmalbeiträgen. Insgesamt nahmen die Beitragseinnahmen in der Sparte um knapp 12 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro zu. In der Schaden- und Unfallversicherung erhöhten sich die Beiträge von 5,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 5,7 Milliarden Euro.