Berlin
Gehalt

Gehaltsvergleich: Wie viel verdienen die Deutschen?

In Deutschland gibt es immer noch gewaltige Gehaltsunterschiede. In manchen Branchen verdient man mehr als doppelt so viel als in anderen - für die gleiche Arbeitszeit. Wer verdient am wenigsten? Wer am meisten? Unterschiede zwischen Frauen und Männern, sowie von systemrelevanten Berufen in der Zusammenfassung.
 
Wie viel Geld haben die Deutschen in der Lohntüte?
In Deutschland gibt es große Lohn-Unterschiede je nach Arbeitsbereich. Auch zwischen Männern und Frauen ist das Gehalt unterschiedlich. Symbolfoto: lovelyday12/Adobe Stock Foto: Sparen, Geld, Business, Sparplan, Plan, Anlagen, Erspartes Symbolfoto: lovelyday12/Adobe Stock (221321950)

Eine Stunde Arbeit, doppelter Verdienst: Zwischen einzelnen Arbeitsbereichen in Deutschland gibt es riesige Unterschiede hinsichtlich dem Gehalt. Das zeigen die kürzlich veröffentlichten Daten des statistischen Bundesamtes für das 4. Quartal 2019. Während Voll- und Teilzeitangestellte im Gastgewerbe beispielsweise nur 14,40 Euro Bruttostundenlohn verdienen, bekommen Arbeiter in der Energieversorgung für die gleiche Zeit fast 40 Euro. Ein Blick in die Gehaltschecks.

Viele Menschen leben mit ihrem Lohn am Existenzminimum, andere hingegen verdienen sich in der gleichen Arbeitszeit eine goldene Nase. Wie groß die Unterschiede in Deutschland wirklich sind, zeigen die Daten des Bundesamts. Besonders interessant ist, welche Branchen am meisten oder am wenigsten verdienen, wie groß der Unterschied zwischen Männern und Frauen tatsächlich ist und wie der Verdienst in systemrelevanten Berufen aussieht. 

Knapp 25 Euro pro Stunde Unterschied

In den folgenden Analysen wurden die Daten von voll- und teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmern analysiert. Im deutschlandweiten Durchschnitt arbeiten die Menschen  im Schnitt 35,8 Stunden und verdienen 4248 Euro (brutto) im Monat, was einem Stundenlohn von 27,24 Euro entspricht. Doch zwischen unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen zeigt sich eine gewaltige Kluft: 

Zwischen den Top-Verdienern und den am schlechtesten bezahlten Jobs liegen Welten: Während Angestellte im Gastgewerbe nur 14,40 Euro (brutto) pro Stunde bekommen, erhalten Arbeiter im Finanz- und Versicherungssektor oder der Energieversorgung  mit über 38 Euro mehr als doppelt so viel. 

Ebenfalls zu den Branchen mit niedrigen Löhnen gehören Verkehr und Lagerei, Baugewerbe und der Handel. Die bestbezahltesten Jobs gibt es neben Energie und Finanzen noch bei Investitionsgütern, sowie in der Informations- und Kommunikationsbranche. 

Systemrelevante Berufe: Wie ist die Lage?

Gerade in der Corona-Krise war immer wieder die Rede von systemrelevanten Berufen, die gerade jetzt das öffentliche Leben am Laufen halten. Immer wieder wurde der Ruf nach höheren Gehältern für diese Gruppen laut - aber was verdienen Arbeiter in systemrelevanten Berufen überhaupt?

Links in der Tabelle sieht man den Durchschnittsstundenlohn aller Arbeitnehmer in Deutschland. Deutlich höher als dieser ist der Lohn in der Energieversorgung, der Informations- und Kommunikationsbranche, sowie bei Erziehern und Lehrern. Arbeiter in der öffentlichen Verwaltung und auch der Bundeswehr liegen genau auf dem Durchschnitt.

Menschen die im Gesundheits- und Sozialwesen, wie in der Wasserversorgung tätig sind, verdienen hingegen schon weniger als der Durchschnitt. Die Stundenlöhne im Einzelhandel und öffentlichen Verkehr waren aus den Daten nicht erkennbar. 

Besonders unfair: Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen

Besonders erschreckend ist der Vergleich der Stundenlöhne zwischen den Geschlechtern. Für die gleiche Arbeit, bekommen Frauen in manchen Branchen immer noch deutlich weniger Geld als Männer. Der sogenannte Gender-Pay-Gap ist gerade bei den bestbezahltesten Jobs am größten:

In der Tabelle sieht man die sieben Wirtschaftsbereiche mit den größten Lohnunterschieden zwischen den Geschlechtern. Es zeigt sich, dass der Stundenlohn von Männern in allen Bereichen über dem Durchschnitt liegt - bei Frauen darunter. Am höchsten ist der Unterschied bei Freiberuflern, der Wissenschaft und technischen Dienstleistungen: während Männer im Schnitt einen Stundenlohn von 38 Euro (brutto) bekommen, erhalten Frauen nur 27 Euro (brutto) - pro Stunde also mehr als 10 Euro weniger. Im Handel, sowieso eine der schlecht bezahltesten Berufsgruppe, beträgt der Unterschied auch noch 5 Euro. 

Relativ gleich werden Männer und Frauen in der öffentlichen Verwaltung und Verwaltung bezahlt: hier liegt der Unterschied bei 12 Cent pro Stunde. Bei Berufen in Verkehr und Lager, wie in der Wasserversorgung verdienen Frauen sogar mehr als Männer. Jedoch beläuft sich das hier auf wenige Cent - 33 Cent pro Stunde in Verkehr und Lager, 66 Cent bei der Wasserversorgung. 

Nicht nur zwischen den Branchen gibt es deutschlandweit Gehaltsunterschiede, auch in den fränkischen Regionen zeigen sich schon große Differenzen. Besonders interessant ist auch, dass der Beruf scheinbar Auswirkungen auf das Gewicht hat: In welchen Berufen sind die Menschen am dicksten?