Berlin
Neues Verpackungsgesetz

Für die Umwelt: Aldi, Lidl und Co. verlangen mehr Pfand - Kunden müssen draufzahlen

Das neue Verpackungsgesetz bring einige Neuerungen mit sich. So müssen Kunden in vielen Supermärkten und Discountern zukünftig mehr Pfand bezahlen. Speziell Getränke, die davor pfandfrei waren, sind betroffen. Einige Flüssigkeiten bleiben noch verschont.
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Auf Dosen wurde im Jahr 2003 mit dem sogenannten "Dosenpfand" das erste Einweg-Pfand fällig. Foto: Jens Büttner/dpa
Auf Dosen wurde im Jahr 2003 mit dem sogenannten "Dosenpfand" das erste Einweg-Pfand fällig. Foto: Jens Büttner/dpa

Neues Jahr, neue Gesetze - und auch neue Pfandregelungen. Der Umwelt zuliebe ist seit dem 1. Januar 2019 das neue Verpackungsgesetz in Kraft. Dieses soll Recycling fördern und Verpackungsabfälle in Deutschland verringern. Für Verbraucher macht sich das vor allem dadurch bemerkbar, dass sie in Supermärkten, Discountern oder auch am Kiosk künftig noch mehr für Getränke-Pfand bezahlen müssen.

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Waren Frucht- oder Gemüse-Nektare mit Kohlensäure, wie beispielsweise Apfelschorlen aus Nektar sowie Mischgetränke mit einem Molkeanteil von mindestens 50 Prozent, pfandfrei, werden für Einweg-Verpackungen solcher Getränke jetzt 25 Cent Pfand fällig. Das heißt als Verbraucher bezahlen wir künftig 25 Cent pro Einweg-Flasche mehr, bekommen diese aber bei Rückgabe im Handel zurückerstattet. Das erste Einweg-Pfand, das im Jahr 2003 in Kraft trat, war das sogenannte "Dosenpfand".

Einweg-Pfand ab Januar: Recycling statt Restmüll

Auch auf die Verpackungen von einigen Energydrinks oder Vanillemilch gilt ab Januar Pfandpflicht, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Klares Ziel dabei: Verbraucher sollen dazu animiert werden, mehr Getränkeverpackungen zu recyceln statt in den Restmüll zu werfen. Weiterhin vom Pfand ausgenommen bleiben Säfte, Wein und Spirituosen. Ebenso die Verpackungen von Säuglings- und Kleinkindernahrung. Getränkekartons, wie Tetra Pak oder die Verpackung von "Capri Sun" bleibt ebenfalls pfandfrei.

 

Pfandregelungen von Ein- und Mehrweg im Überblick:

 

  • Einwegflaschen: Werden nur einmal befüllt und nach Rückgabe eingeschmolzen. PET-Einwegflaschen sind als solche gekennzeichnet und in der Regel dünnwandig und leicht. Und das Einweg-Pfand fällt auch das sogenannte "Dosenpfand". Das Pfand beträgt 25 Cent pro Verpackung.
  • Mehrwegflaschen: Können aus Glas oder Plastik sein und werden nach ihrer Rückgabe gereinigt und bis zu 50 Mal neu befüllt. Diese Flaschen sind mit dem Mehrweg-Logo gekennzeichnet. Neben den PET-Einwegflaschen gibt es PET-Flaschen auch als Mehrweg-Variante. Diese sind in der Regel dickwandiger als Einwegflaschen und gelten als umweltfreundlicher. Bei Mehrweg-Verpackungen unterscheidet sich der Pfandbetrag. In der Regel liegt der bei Plastikflaschen bei 15 Cent Pfand - bei Bierflaschen sind es 8 Cent.

 

Hinweisschilder "Einweg" und "Mehrweg" in den Supermärkten

Weiterhin bedeutet das neue Verpackungsgesetz, dass Einzelhändler zum Jahreswechsel deutlich sichtbare Hinweisschilder die Verbraucher darüber informieren müssen, ob sie gerade eine Pfandflasche oder Einweggetränkeverpackung in der Hand halten. So sollen Verbraucher ganz im Sinne des Umweltschutzes bewusster über ihren Einkauf informiert werden.

Der Discounter Aldi hat zudem angekündigt, Verpackungsmüll auch anderweitig zu reduzieren. Bis zum Jahr 2020 sollen alle angebotenen Verpackungen von Eigenmarken vollständig recyclingfähig sein. Mit den Geschäftspartnern sollen also alle Verpackungen bewertet und geprüft werden. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Vor allem bei Obst und Gemüse sollen Verpackungen radikal eingespart werden. "Insgesamt soll bis zum Jahr 2025 der Materialeinsatz der Eigenmarken-Verpackungen um 30 Prozent reduziert werden", gibt Aldi auf seiner Webseite bekannt.

 

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Auch Aldi-Konkurrent Lidl spart schon seit dem vergangenen Jahr Verpackungen ein. Beispielsweise reduzierte der Discounter die Foliendicke einiger Toastbrot-Verpackungen um 25 Prozent. Die Wettbewerber Rewe und Penny verkaufen Bananen zum Beispiel nur noch unverpackt und leisten somit einen Beitrag zum Umweltschutz. Bei Edeka haben Kunden seit kurzem die Möglichkeit, frische Lebensmittel an der Fleisch- und Wursttheke mit einer eigens mitgebrachten Mehrwegdose einzukaufen. dn/dpa

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