Nürnberg

Frühjahrsbelebung lässt Arbeitslosenzahlen sinken

Das gute März-Wetter schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Mit dem Ende des Winters wird verstärkt auf Baustellen, in Gärtnereien und der Gastronomie eingestellt. Das dürfte sich laut Fachleuten auch auf die Zahl der Job-Sucher auswirken.
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Arbeitsagentur
Das gute März-Wetter schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Foto: Christian Charisius/Illustration

Die Frühjahrsbelebung hat die Arbeitslosenzahlen im März nach Experteneinschätzung ordentlich sinken lassen.

Im vergangenen Monat seien rund 2,28 Millionen Menschen ohne Job gewesen, schätzten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dies wären etwa 86.000 weniger als im Februar und etwa 170.000 weniger als im Vorjahresmonat.

Steigende Temperaturen sorgen den Fachleuten zufolge gerade auf Baustellen, in Gärtnereien und in der Gastronomie wieder für mehr Beschäftigung. Dadurch sinkt in Deutschland alljährlich die Arbeitslosigkeit um diese Zeit. Die offiziellen März-Arbeitslosenzahlen veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Freitag (29. März) in Nürnberg.

Doch auch die positive Grundtendenz auf dem Arbeitsmarkt halte weiter an, sagte DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein. «Wir haben eine gute Arbeitskräftenachfrage», so der Volkswirt - auch wenn die Konjunktur an Schwung verloren habe. Angesichts einer schwächeren Industrie und Dynamik in der Weltwirtschaft hatte zuletzt nicht nur das Ifo-Institut seine Prognosen für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr mit 0,6 Prozent deutlich gesenkt. Auch die «Wirtschaftsweisen» halbierten ihre Wachstumsprognose fast auf 0,8 Prozent.

Die Unternehmen lassen sich von den schlechteren Rahmenbedingen aber kaum beeindrucken, ist sich die Mehrheit der befragten Ökonomen sicher. KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner dagegen zeigt sich nicht ganz so optimistisch. «Im Verlauf des Jahres dürfte die Beschäftigung nur verhalten steigen.» Mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit sei noch nicht zu rechnen, «allerdings sind die Risiken sehr hoch».

Die größten Sorgenkinder bleiben den Ökonomen zufolge weiter die von den USA ausgehenden Handelskonflikte und der anstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Auch eine geringere Nachfrage aus China drücke nicht nur auf die Stimmung in der Automobilbranche, die jüngst mit geplanten Stellenstreichungen Schlagzeilen machte. «Gerade sind aber alle Augen auf den Brexit gerichtet», sagte Deutsche-Bank-Volkswirt Marc Schattenberg. Das Risiko für einen ungeregelten Ausstieg sei geringer geworden, ergänzte Commerzbank-Ökonom Eckart Tuchtfeld.

Für die kommenden Monate erwarten die Experten nach wie vor einen Beschäftigungsaufbau und sinkenden Arbeitslosenzahlen - aber in etwas kleineren Schritten als 2018. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigte sich in seiner kürzlich veröffentlichten Frühjahrsprognose für dieses Jahr sogar noch optimistischer als im Herbst. Die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit rechnet bei den Arbeitslosenzahlen für 2019 mit einem Rückgang von im Schnitt 140 000 im Vergleich zum vergangenen Jahr.