Coburg
Konjunktur

Frankens Metaller hoffen auf bessere Geschäfte 2014

Für das zweite Halbjahr sind die Metall- und Elektro-Arbeitgeber noch skeptisch. Aber im nächsten Jahr soll es aufwärts gehen. Die derzeitige Geschäftslage beurteilen die fränkischen Unternehmer schlechter als der Bayern-Durchschnitt.
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Schweißarbeiten an einem verzinkten Rohr Foto: Guido Bergmann/dpa/Archiv
Schweißarbeiten an einem verzinkten Rohr Foto: Guido Bergmann/dpa/Archiv
Thomas Kaeser ist schon einige Jahre im Geschäft. Etliche Konjunkturumfragen hat der Coburger Unternehmer in seiner Eigenschaft als ehrenamtlicher Regionsvorsitzender der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände VBM und BayME schon verkündet. Diesmal spricht er von Stagnation, von Unsicherheit, von schwacher Wirtschaftslage - vor allem in seiner Region, in Oberfranken. Viele Firmen der Metall- und Elektroindustrie, so hat die jüngste Umfrage ergeben, klagen über schlechte Geschäfte im Inland. Im Gegensatz zum bayerischen Durchschnitt ist der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen in Ober-, Unter- und Mittelfranken sogar negativ.

"Nicht sicher, aber wahrscheinlich"

Und dennoch: Kaeser sieht "eine leichte Trendwende". Im Vergleich zur Umfrage zu Jahresbeginn haben sich die Erwartungen der Unternehmer verbessert. Und auch Kaeser ist mittelfristig optimistisch: "Wir glauben, dass sich die Finanzproblematik in Europa im nächsten Jahr deutlich entspannen wird. Allerdings gibt es weltweit viele Ereignisse, die nicht planbar sind, zum Beispiel die Situation in Syrien." Nach einer Seitwärtsbewegung im gesamten Jahr 2013 soll also im kommenden Jahr ein echter Aufschwung eintreten. "Das ist nicht sicher, aber wahrscheinlich", sagte Kaeser. Immerhin rechnet jeder zweite Betrieb in Bayern mit einer besseren Geschäftsentwicklung als 2013. Nur fünf Prozent befürchten eine Eintrübung.

Geringe Investitionsbereitschaft

Doch für die letzten Monate in diesem Jahr sind die Unternehmen sehr vorsichtig. Noch immer wollen mehr Metall-Arbeitgeber in Oberfranken die Produktion drosseln und weniger investieren als umgekehrt. Nur in Mittelfranken liegt der Saldo jeweils im Plus. In Unterfranken sind zumindest die Produktionspläne positiv, mit Investitionen halten sich unterfränkische Unternehmer dagegen weiter zurück.

Dass die Betriebe aber langfristig denken, zeigen ihre Beschäftigungspläne. Knapp 27 Prozent der Unternehmen in Oberfranken wollen in der zweiten Jahreshälfte zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. In Unterfranken sind es laut Umfrage rund 20 Prozent, in Mittelfranken dagegen nur knapp zwölf Prozent. Im Gegensatz zu Ober- und Unterfranken ist in Mittelfranken aber die Befürchtung, Stellen abbauen zu müssen, weniger ausgeprägt.

Weniger Zeitarbeiter

Der noch zu Beginn des Jahres befürchtete Stellenabbau von rund 3000 Arbeitsplätzen in Bayern hat sich nicht verwirklicht. 778.000 Mitarbeiter wird Bayerns Metall- und Elektroindustrie im Jahresdurchschnitt 2013 beschäftigen. Das ist laut Kaeser "ein Rekordwert". Dagegen ist die Zahl der Zeitarbeiter laut Arbeitgeberverband im ersten Halbjahr um rund 6000 auf 25.000 zurückgegangen.