Nürnberg
Warnstreiks

Flughafen-Streiks: Auch Flüge ab Nürnberg betroffen - hier wird in Deutschland gestreikt

Am Dienstag wird an vielen deutschen Airports gestreikt: In Bayern sind die Flughäfen in Nürnberg und München betroffen. Tausende Reisende sind von den Flugausfällen betroffen.
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An vielen deutschen Flughäfen streiken am Dienstag Mitarbeiter des Sicherheitspersonals. Symbolbild: Deniz Altindas/unsplash.com
An vielen deutschen Flughäfen streiken am Dienstag Mitarbeiter des Sicherheitspersonals. Symbolbild: Deniz Altindas/unsplash.com

Viele Flughäfen betroffen - Warnstreiks legen Airports lahm: Flüge fallen aus, Passagiere sind betroffen. Seit der Nacht auf Dienstag (15. Januar 2019) laufen Warnstreiks an diversen deutschen Flughäfen. Die Konsequenzen der Warnstreiks dürften auch nichtbestreikte Flughäfen zu spüren bekommen.

Warnstreiks an Flughäfen: Wo wird gestreikt?

Insbesondere das Sicherheitspersonal an den Airports nimmt sein Recht auf Warnstreik wahr. Dies berichten die Tagesschau sowie die Deutsche-Presse-Agentur übereinstimmend.

  • Warnstreiks am Airport Nürnberg: Am mittelfränkischen Flughafen in Nürnberg wird am Dienstag nicht gestreikt. Dennoch ist der Airport von den bundesweiten Warnstreiks betroffen. Die Arbeitsniederlegung von Sicherheitspersonal an anderen Flughäfen beeinträchtigt deshalb den Flugverkehr in Nürnberg. Es kommt zu zahlreichen Flugannullierungen.

Sie haben einen Flug ab Nürnberg gebucht? Hier gibt es eine Übersicht, welche Flüge annuliert wurden.

  • Am Hamburger Flughafen haben um Mitternacht rund 30 Mitarbeiter zum Streik aufgerufen. Dem sollen sich der Gewerkschaft "ver.di" zu folge Hunderte im Laufe des Tages anschließen. Am Montag wurden am Hamburger Flughafen 109 von 178 geplanten Flügen gestrichen. Tausende Passagiere waren davon betroffen. Auch rund 90 Landungen wurden abgesagt.
  • Auch in Frankfurt haben in der Nacht auf Dienstag viele Mitarbeiter des Sicherheitspersonals die Arbeit niedergelegt. 570 der geplanten 1200 An- sowie Abflüge wurde bis Montagabend am Frankfurter Airport gestrichen.
  • Im niedersächsischen Hannover ist der Flughafen ebenfalls von Streiks betroffen. Mitarbeiter privater Sicherheitsfirmen legen laut "ver.di" ihre Arbeit nieder. Die privaten Sicherheitsfirmen arbeiten im Auftrag der Bundespolizei und sorgen für die Sicherheitskontrollen an den Gates den Hannoveraner Airports. Davon betroffen sind rund 180 Mitarbeiter. Medienberichten zu folge sollen im Laufe des Dienstags rund ein Drittel aller Flüge in Hannover annulliert werden.
  • Ebenfalls von den bundesweiten Warnstreiks betroffen ist der Flughafen in München. Dort beteiligen sich laut Gewerkschaft 150 Mitarbeiter an den Streiks. Die Mitarbeiter sind aus den Bereichen der Waren- und Personenkontrolle. Ein ver.di-Sprecher erklärte gegenüber tz.de, dass der Streik von 3.30 Uhr bis 24 Uhr geplant sei.
  • An den Flughäfen Dresden und Leipzig-Halle streiken Angaben der Gewerkschaft zu folge 120 Mitarbeiter. Von den Streiks sind insbesondere innerdeutsche Flüge betroffen und fallen aus. In Dresden wurde 26 von 46 Flügen gestrichen, in Leipzig-Halle fallen 28 von 50 Flügen aus.
  • In der Hauptstadt wird der Flughafen ebenfalls bestreikt: Berlins Airport Tegel musste 110 Verbindungen absagen. Der Tagesschau gegenüber sagte der Betreiber des Flughafens, dass allein zwischen Frankfurt und Tegel 16 Flüge annulliert worden seien.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, sind rund 220.000 Passagiere von den Streiks betroffen.

Streiks an Flughäfen: Was fordert die Gewerkschaft "ver.di"?

Bereits in der vergangenen Woche kam es an Flughäfen zu Streiks. Davon betroffen waren die Airports in Stuttgart, Düsseldorf und Köln/Bonn. Trotz der Streiks, habt es "kein verhandlungsfähiges Angebot" gegeben, so die Gewerkschaft. Für die bundesweit 23.000 Beschäftigten im Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrollbereich wird ein Bruttostundenlohn von 20 Euro gefordert. Des weiteren wird eine bundesweit einheitliche Regelung gefordert. Derzeit variieren die Gehälter regional sehr stark.

Vertreter der Arbeitgeber erwidern den Forderungen der Gewerkschaft, dass es bereits ein entsprechendes Angebot gegeben habe. Dieses liege bei 6,4 Prozent mehr Lohn pro Jahr. Man sei zu einer weiteren Erhöhung und zügigen Verhandlungen Anfang 2019 bereit, so der Bundesverband für Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) gegenüber der Tagesschau.

Die fünfte Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften findet am 23. Januar 2019 statt.

Flugausfälle: Wer zahlt, wenn der Flug ausfällt?

Grundsätzlich gilt: Reisende sollten checken, ob ihr gebuchter Flug stattfindet oder nicht. Bemerkt ein Kunde, dass sein Flug annulliert wurde, kann er stornieren und bekommt sein Geld zurück. Als Beleg, um sein Geld zurückzufordern, können sich Kunden den annullierten Flug im Flugplan ausdrucken.

Wollen Kunden dennoch fliegen und nicht stornieren, muss die betroffene Airline für eine Ersatzflug sorgen. Als Kunde hat man Anspruch darauf. Die jeweilige Fluggesellschaft muss sich darum kümmern, den Kunden so schnell wie möglich an den Zielflughafen zu bringen.

Bei sonstigen Störungen im Flugverkehrsbetrieb sind Entschädigungen von bis zu 600 Euro üblich. Fluggesellschaften berufen sich bei Streiks jedoch darauf, dass diese ein "Außergewöhnlicher Umstand" seien und somit keine Ersatzzahlungen zutreffend sind. Dies berichtet der Bayerische Rundfunk.