Strengere Haushaltsregeln und eine Bankenunion für die Eurozone seien allein nicht ausreichend, sagte Draghi der niederländischen Zeitung «De Telegraaf». «Wirtschaftspolitik kann nicht nur eine nationale Angelegenheit sein», betonte der EZB-Chef. Ähnlich wie bei der Budgetüberwachung in der Haushaltspolitik müssten auch strukturelle Reformen nach einheitlichen Vorgaben umgesetzt werden. Gefahren für die Eurozone gingen zudem von der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit aus. «Sie allein stellt schon ein Risiko für die Erholung dar, denn sie führt zu einem Rückgang der Nachfrage beim Konsum.» Insgesamt sei die Wiederbelebung der Eurozone noch schwach und ungleich verteilt. 

«Unsere Erholung befindet sich in einer früheren Phase als jene in den USA, Großbritannien oder Japan.» Auch deshalb werde es in der Eurozone noch längere Zeit bei den äußerst niedrigen Zinsen bleiben. «Wir haben den unbegrenzten Zugang der Banken zu Liquidität bis Ende 2016 verlängert. Das ist ein Signal.»