Der Franzose, der bis Ende Oktober 2011 die Europäische Zentralbank (EZB) führte, sprach sich unter anderem für eine Bankenunion aus, «also eine Überwachung auf der Ebene der Euro-Zone, die Möglichkeit einer direkten Rekapitalisierung und einen Einlagensicherungsfonds».

Trichet zeigte Verständnis für Bedenken gegen solche Modelle, betonte jedoch: «Wenn das europäische Bankensystem instabil ist, würde das jeden in Europa bedrohen.» Es gebe Möglichkeiten zum Schutz nationaler Sparer in einem vereinten Einlagensicherungsfonds. Eine zentrale Bankenaufsicht bei der EZB, wie es die Politik anstrebt, halte er «in der gegenwärtigen Lage ... für eine gute Idee».

Um die Zukunft der Gemeinschaftswährung ist Trichet nicht bange. «Wir haben in der Euro-Zone eine Krise der Banken und einiger Staaten, aber die Währung selbst ist sehr robust», sagte er. «Natürlich wird der Euro überleben. Er ist eine bemerkenswert widerstandsfähige Währung.»

Die EZB habe ihre Hauptaufgabe, Preisstabilität zu gewährleisten, in 13 Jahren sehr gut erfüllt: Im Schnitt habe die Inflation bei 2,03 Prozent gelegen - und damit fast punktgenau auf der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent.