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Berlin
Arbeitsmarkt und Corona

Entlassungen wegen Corona-Epidemie: "Befristet Beschäftigte wird es besonders treffen"

Vor nicht allzu langer Zeit war die sogenannte sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen ein Streitpunkt in der GroKo. Inzwischen ist es still geworden um das Vorhaben, befristete Jobs zu regulieren. Dabei nimmt ihr Anteil immer mehr zu - und gerade in Corona-Zeiten sind sie besonders gefährdet.
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Sie laufen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise Gefahr, ihren Job zu verlieren: 3,2 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten einer Studie zufolge mit einem befristeten Vertrag ohne Sachgrund.  Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn/dpa
Sie laufen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise Gefahr, ihren Job zu verlieren: 3,2 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten einer Studie zufolge mit einem befristeten Vertrag ohne Sachgrund. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn/dpa

Zahl sachgrundloser Befristungen stark gestiegen: Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten einer Studie zufolge mit einem befristeten Vertrag ohne Sachgrund.

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Allein von 2017 auf 2018 sei die Zahl solcher Beschäftigungen um mehr als 200.000 gestiegen, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigte. Das Coronavirus ist längst auch in der Wirtschaft angekommen. Ein Bayreuther Experte rechnet vor, dass der Verlust von drei Wochen Arbeitsleistung einen Schaden von über 200 Milliarden Euro verursacht.

Vertrag mit sachgrundloser Befristung: 1,8 Millionen Arbeitnehmer betroffen

Demnach habe sich die Zahl der Befristungen ohne sachlichen Grund zwischen 2001 und 2018 mehr als verdreifacht - von 550.000 Menschen auf 1,8 Millionen. Im selben Zeitraum sei zudem der Anteil dieser Jobs an allen Arbeitsverhältnissen von 1,7 auf 4,8 Prozent gestiegen.

 

Der Auswertung zufolge waren im Jahr 2018 insgesamt 3,2 Millionen Jobs in Deutschland befristet, fast doppelt so viele wie 2001. "Befristete Beschäftigungen stellen für die zumeist jungen Betroffenen ein Problem dar, weil sie oftmals mit Einkommensarmut, Einschränkungen hinsichtlich der sozialen Teilhabe und der Familiengründung verbunden sind", erklärten die Forscher des WSI. Sie haben für den Bericht Daten aus dem Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet.

Gerade in Zeiten der Coronavirus-Pandemie werde es für Arbeiter mit befristeten Verträgen besonders schwer: "Da wir jetzt in der kommenden Zeit voraussichtlich auch mit Problemen auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen haben werden, wird es befristet Beschäftigte besonders treffen", erklärte ein Datenmanager des WSI der Deutschen Presse-Agentur. Diese würden in Krisenzeiten nämlich mit als Erste entlassen.

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