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Edeka-Werbespot: Baby wird in Plastikverpackung geboren - Debatte um drastische Werbung

Der Lebensmittelkonzern "Edeka" scheut sich nicht, polarisierende Themen in Werbung zu verpacken: Der neueste Werbespot zum Thema Plastik und Umweltschutz sorgt nun für eine Debatte im Netz.
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  • Edeka mit neuem Werbespot
  • Frau bringt Baby in Plastikverpackung zur Welt
  • Nutzer sind gespalten

Edeka-Spot mit Plastik-Geburt spaltet Netz: Der Lebensmittel-Riese Edeka greift für seine Werbespots gerne polarisierende Themen auf, die die Gesellschaft spalten. Aktuellestes Beispiel: Plastik und Umweltschutz.

 

Edeka: Baby wird in Plastikverpackung geboren - neuer Werbespot

Im neuesten Spot stellt Edeka die Geburt eines Kindes nach. Ein Pärchen befindet sich auf einer wilden Autofahrt ins Krankenhaus. In der Klinik angekommen, kommt die hochschwangere Frau umgehend in den Kreißsaal. Kurze Zeit später kommt das Kind zur Welt. Der Arzt streckt der frisch gebackenen Mutter ihr Neugeborenes entgegen. Als das Baby zu sehen ist, folgt der Schock: Das Kind ist in Plastikfolie eingepackt. Der Albtraum der Mutter endet - sie wacht mit ihrem Baby auf der Couch liegend auf. Sie blickt anschließend zu ihrem Partner, der gerade dabei ist, eine in Plastikfolie eingepackte Paprika aus dem Einkaufskorb zu räumen.

Edeka's Botschaft am Ende des Videos: "Natur kommt unverpackt." Edeka hatte zuletzt mit einem Werbespot zum Muttertag für Aufsehen gesorgt. Die Botschaft: "Danke Papa, dass du nicht Mama bist." Ist der Edeka-Werbespot sexistisch? Ein Kommentar von Redakteur Johannes Görz dazu.

Edeka-Werbespot zu Plastik: Umweltschutz aktueller denn je

Edeka trifft mit dem aktuellsten Werbespot den Nerv der heranwachsenden Generation. In Zeiten von "Fridays for Future" werden Themen wie Umweltschutz und Plastik heiß diskutiert. Erst im Frühjahr 2019 entschied die Europäische Union, dass es ab 2021 kein Einwegplastik mehr geben soll. Um ein Zeichen zu setzen, entschied beispielsweise ein Getränkemarkt, Einweg-Plastikflaschen aus dem Sortiment zu verbannen.

Umweltschutz wird nicht nur auf Schülerdemos, sondern auch im Internet zur Diskussion. Der neueste Edeka-Werbespot dient dabei als aktuelles Beispiel, um Konsumverhalten und die Verschmutzung durch Plastik zu hinterfragen. Zahlreiche Nutzer äußerten sich im Netz, nachdem das Video via Facebook und YouTube veröffentlicht wurde.

 

"Sehr cool! Schmeißt alle in Plastik verpackten Obst und Gemüse doch komplett aus dem Sortiment...dann seid ihr nicht nur die Nummer 1, sondern ein Vorreiter im Lebensmittelmarkt!" schreibt eine Userin auf YouTube. Damit spielt die Kommentatorin darauf an, dass Edeka über sich selbst behauptet, "die Nr.1 im Lebensmitteleinzelhandel" zu sein. Eine erst kürzlich erschienene Studie der Verbraucherzentrale Hamburg, die Plastikverzicht in Discountern und Supermärkten untersucht hat, kam zum Schluss, dass Edeka dabei vor Konkurrenten, wie Aldi, Lidl & Co. liegt.

 

Und die Verbraucherzentrale selbst reagierte ebenfalls auf den Werbespot: "Liebe Verantwortliche bei Edeka, ja ihr habt bei unserem Marktcheck zu Obst und Gemüse in Plastikverpackungen am besten abgeschnitten. Doch so redlich eure Anstrengungen auch sind, die aktuelle Werbekampagne spiegelt die Realität leider nicht wieder. Immer noch werden jede Menge Tomaten, Paprika, Salat, Brokkoli, Trauben, Karotten, Himbeeren, Heidelbeeren, Spargel, Kartoffeln, Staudensellerie, Chicorée, Chinakohl, Champignons... in viel zu viel Plastik verkauft. Ganz zu schweigen von den Plastiklandschaften mit To-Go-Produkten, die immer mehr Raum in den Supermärkten einnehmen. Wir wünschen uns hier etwas mehr Realitätssinn und weniger Schönfärberei!"

Einige Nutzer echauffierten sich allerdings über den Edeka-Spot: "Eine doofe Werbung, echt." oder "Ekelhaft." ist in der Kommentarspalte auf YouTube zu lesen.

 

"Warum können Werbeunternehmen keine realistischere Werbung mehr heutzutage machen? Wieso immer irgendwas was so verstörend ist dass man direkt abschalten will? Man hätte alles nehmen können außer ein Baby" schreibt ein anderer Nutzer empört. Eine andere Perspektive nimmt ein weiterer Nutzer ein, der sich auf die Verantwortung von Lebensmittelkonzernen bezieht: "Schön die Verantwortung wieder mal auf die Konsumenten schieben. Statt des das Edeka damit mal anfängt."

Bisher wurde der Werbespot auf YouTube bereits über drei Millionen mal abgespielt. Auch auf Facebook sorgte der Post für über 14.000 Reaktionen und über 1000 Kommentare. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Debatte, ähnlich wie beim Werbespot zum Muttertag, zu einem Shitstorm für Edeka entwickelt.

Edeka-Werbespot: Hier sehen Sie die Plastikgeburt

 

 

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