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"Den Weg zum Discounter können Sie sich sparen!" - Edeka wettert gegen Strategie von Aldi, Lidl und Co.

Edeka Südwest verfasste einen offenen Brief, in dem es Verbrauchern indirekt davon abrät, bei Discountern einzukaufen. Die Billig-Preis-Strategie dürfe nicht das einzige sein, mit der Unternehmen versuchen, ihre Konkurrenz zu überbieten. Edeka verspricht ihren Kunden dagegen andere - viel wichtigere - Werte.
 
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Edeka wettert gegen Discounter: Billige Preise sollten nicht das einzige Kriterium sein, mit dem Kunden angelockt werden. Edeka könne seinen Verbrauchern einen deutlicheren Mehrwert anbieten. Symbolfoto: Christopher Schulz Foto: Christopher Schulz

Lidl und Aldi befinden sich zu jeder Zeit in einem Konkurrenzkampf. In dessen Zentrum steht das jeweilige Image gegenüber den möglichen Kunden. Wer hat die tieferen Preise? Wer hat die meisten Schnäppchen? Wo gibt es das beste Angebot?

In regelmäßigen Abständen liefern sich die Marketing- und Kommunikationsabteilungen der beiden Discounter einen Schlagabtausch. 

Update vom 13.07.2020, 15.30 Uhr: Edeka mit öffentlichem Brief gegen Lidl und Aldi

Seitenhieb gegen die Konkurrenz: berichtet, dass einen offenen Brief an seine Kunden verfasste. In diesem ruft er sie auf, wie und zu vermeiden. Denn bei solchen Unternehmen ginge es nur darum, möglichst viele Kunden mit niedrigen Preisen anzulocken. Dieser Kampf hätte sich in Folge der Mehrwertsteuersenkung noch verschlimmert.

Heute könnten in Deutschland Lebensmittel andere und viel wichtigere Werte wie Tierwohl, Frische und Regionalität garantieren. Deshalb sollten Verbraucher den Preis nicht als einziges Kriterium nehmen, wo sie ihren Wocheneinkauf tätigen. Bei einem Edeka-Besuch könnten die Verbraucher neben günstigem Einkauf auch noch andere wichtige Werte und vor allem regionale Kleinunternehmer unterstützen.

Edeka: preiswerte Angebote, die mehr können

In seinem Brief betont Edeka, dass den Kunden in seinen Filialen eine große Produktauswahl mit bis zu 50.000 verschiedenen Artikeln mit bis zu 2.800 Bioprodukten zu Verfügung steht. Diese große Auswahl ist Ergebnis der vielfältigen Zusammenarbeit und lokalen Kooperationen. Damit unterstützt Edeka und letztendlich auch der Kunde kleine Existenzgründer und regionale Erzeugergemeinschaften. Eigenmarken wie "Unsere Heimat - echt & gut" kennzeichnen solche Produkte deutlich.

Jeder weiß: Für Bioprodukte muss man tiefer in die Tasche greifen, weshalb viele die Discounter mit ihren Billig-Preisen bevorzugen. Kurzarbeit oder sogar Arbeitslosigkeit durch die Corona-Krise dürften noch mehr Menschen dazu zwingen, auf die Preise von Lebensmitteln zu achten. 

Edeka ist sich bewusst, dass nicht jeder Verbraucher das nötige Geld für Bioprodukte besitzt und verweist deshalb auf seine Marke "Gut & Günstig".  Diese Marke deckt alle Produkte auf einem niedrigen Preislevel ab, die auch bei Aldi oder Lidl zu finden sind.

Mit seinem Brief formuliert Edeka den Aufruf: "Den Weg zum Discounter können Sie sich sparen!" Damit werfen die Vertreter den Discountern vor, dass die Qualität der Aldi- und Lidl-Produkte unter der Niedrig-Preis-Strategie leiden müssen. Im Gegensatz zur Konkurrenz achte Edeka auf beides, gute Qualität beziehungsweise Regionalität sowie erschwingliche Preise bei einer großen Sortimentsauswahl.

Preiskampf bei Lidl und Aldi

In der Dienstag-Ausgabe (7. Juli 2020) der Bild wurde eine Printanzeige veröffentlicht. Auf Seite 3 und 5 prangt die Veröffentlichung. watson berichtet darüber. Darauf ist eine Comic-Frau zu sehen, die nach einer Königin aussieht und vor einem Spiegel steht. Die Szene ähnelt dem Märchen von Schneewittchen. Denn: Die Dame fragt sich, wer der Billigste im Land sei. Auf ihrem Kopf ist eine Krone, mit minimal verfälschten Logos von Aldi Süd und Aldi Nord, zu erkennen. Die Königin soll ein Sinnbild für Aldi sein, heißt es. 

Im Spiegel ist das Lidl-Logo zu erkennen. Somit dürfte klar sein, wer die Anzeige in der Bild geschaltet hat: Lidl. Zwei Seiten weiter wird die Abwandlung des Schneewittchen-Märchens aufgeklärt. An dieser Stelle ist ein Einkaufswagen mit gängigen Produkten zu sehen, das Bild ähnelt einem Wocheneinkauf. Darunter ist unter anderem ein Salatkopf, ein Joghurteimer oder Orangensaft zu sehen. Direkt daneben heißt es: "Bis zu 11.07 Euro günstiger - 92.39 Euro."

Unmittelbar daneben sind Preisangaben des Wocheneinkaufes bei "Aldi Nord" (103,46 Euro) und "Aldi Süd" (102,39 Euro) zu sehen. Dieser Preisvergleich geht auf eine Erhebung in ausgewählten Lidl- und Aldi-Filialen zurück. Im Kleingedruckten der Zeitungsseite ist aufgeführt, um welche es sich handelt. Lidl reagiert auch öffentlich und nennt die Filialen Stuttgart und Magdeburg als Erhebungsorte. 68 Artikel seien in den Preisvergleich miteinbezogen worden, so Lidl. 

Lidl schlägt zurück: Aldi provozierte zuerst

Die Werbeaktion von Lidl ist tatsächlich den Konter auf eine Aldi-Provokation. Der Discounter aus Essen (NRW) hatte Anfang der Woche einen Prospekt in den Umlauf gebracht, worin ein Einkauf bei Aldi mit Einkäufen bei Konkurrenten wie REWE, Edeka oder Lidl preistechnisch verglichen wurde. Das Ergebnis: Natürlich bot ein Aldi-Einkauf den niedrigsten Preis mit 97,30 Euro - der Lidl-Einkauf kostete zum Beispiel 99,75 Euro. 

Aldi schaltet auch ganz gezielt in sozialen Netzwerken Beiträge, wie beispielsweise eine Umfrage auf Facebook, die danach fragt, ob Kunden lieber "woanders zu viel zahl'n" oder eben "bei Aldi spar'n". 

Mehrwertsteuersenkung als Anlass für Rabattschlacht der Discounter 

Hintergrund der Werbeaktionen der beiden Discounter ist die von der Bundesregierung beschlossene Mehrwertsteuersenkung. Diese ist Teil des Corona-Konjunkturpakets. Dabei gibt es verschiedene Steuersätze für Produkte. 

Die Discounter versuchen sich dabei mit niedrigen Preise und Aktionen zu überbieten. Doch welcher Supermarkt ist eigentlich der günstigste? inFranken.de hat den Preisvergleich zwischen Discountern gemacht - vor dem Hintergrund der Mehrwertsteuersenkung. 

Neben den Discountern rüsten sich auch mehrere Autohersteller für eine Rabattschlacht durch die Senkung der Mehrwertsteuer: Welche Autos nun billiger werden. Ein anderer Aspekt der Autobranche ist die Kfz-Steuererhöhung. Dadurch werden bestimmte Wagen teurer für Verbraucher. 

tu

 

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