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Drohen bald wieder Hamsterkäufe? Lieferengpässe bei Aldi und Co. - bestimmte Produkte bereits vergriffen

Bei Aldi und Lidl kommt es durch die Folgen der Pandemie derzeit zu verspäteten Lieferungen von Waren. Bestimme Produkte sind bereits ausverkauft - die Kunden stehen vor leeren Regalen.
 
Die Preise in deutschen Supermärkten gehen nach oben und bestimmte Artikel fallen aus - drohen wieder wie zu Beginn der Pandemie Hamsterkäufe?
Die Preise in deutschen Supermärkten gehen nach oben und bestimmte Artikel fallen aus - drohen wieder wie zu Beginn der Pandemie Hamsterkäufe? Foto: Piman Khurtmuang/adobe Stock
  • Lieferengpässe in Supermärkten: vor allem Elektronik betroffen
  • Geschlossene Häfen in China 
  • Nachwirkungen der Suezblockade durch Frachtschiff "Ever Given"
  • Einzelne Produkte sind bereits vergriffen 
  • Was bedeutet das für das Weihnachtsgeschäft?

Aldi und Lidl kämpfen derzeit mit Lieferengpässen: Leere Regale aufgrund von Hamsterkäufen kennen Verbraucher bereits als Reaktion auf den Lockdown und Ausgangssperren. Dass Käufer aktuell bei Aldi und Lidl mit Lücken im Sortiment rechnen müssen, liegt aber an Lieferengpässen. Aufgrund der Corona-Krise kommt es immer wieder zu logistischen Schwierigkeiten zwischen den Supermärkten und ausländischen Importeuren. Im Fall von Aldi müssen Käufer nun sogar länger auf eine neue Sonderkollektion warten.

Non-Food-Sortiment besonders stark betroffen

Die Lieferengpässe betreffen das sogenannte Non-Food-Sortiment der Discounter, also alle Produkte, die keine Lebensmittel sind. So bieten Aldi und Lidl in ihrer Non-Food-Sparte beispielsweise regelmäßig Kleidung, Bettwäsche oder auch Elektrogeräte an. Laut Informationen der Lebensmittel Zeitung waren in den vergangenen Wochen bereits erste Aldi-Artikel nicht mehr verfügbar. Auch bei Lidl verspäteten sich Lieferungen. Weil einzelne Artikel noch fehlten, mussten die Discounter auch ihre Werbeaktionen dementsprechend nach hinten verschieben.

„Das kostet richtig Umsatz“, warnt Carsten Kortum, der als Professor an der Dualen Hochschule in Heilbronn tätig ist, im Gespräch mit der Lebensmittel Zeitung. Die Lieferungen an Supermärkte verspäteten sich im Laufe der Pandemie immer wieder, weil auf den Containerschiffen nicht genügend Platz für Produkte war, die aus dem Ausland importiert wurden. Lidl hat laut Angaben der Lebensmittel Zeitung Verträge mit über 1400 Non-Food-Lieferanten aus China. Weil dort häufiger Probleme mit der Stromversorgung auftreten, können die chinesischen Handelspartner ihre Exporte nicht rechtzeitig fertigstellen. Auch die Reihenfolge der Containertransporte per Schiff habe sich verändert.

Verschärfte Einreisebedingungen oder sogar Einreiseverbote haben außerdem zur Folge, dass Vertreter der Supermarktketten oftmals nicht mehr persönlich nach China reisen und direkt mit den Vertragspartnern kommunizieren können. Wie Heidelberg24 mitteilt, wären die Lieferschwierigkeiten aber auch auf die Schließung vieler chinesischer Häfen zurückzuführen. Durch die Corona-Pandemie haben diese zum Schutz der Bevölkerung dichtgemacht. Außerdem leide der Frachtverkehr immer noch durch die Suezblockade des Frachtschiffes "Ever Given". Dieses war am 23. März 2021 im Suezkanal auf Grund gelaufen und sorgte in Folge weltweit für Lieferengpässe und Ausfälle bestimmter Waren.

Engpässe haben Folgen für Weihnachtseinkäufe

Die Landesbank Baden-Württemberg befürchtet, dass sich die Lieferprobleme auch auf das Weihnachtsgeschäft auswirken könnten. Vor allem die Lieferung von Elektronikgeräten könnte sich auch im Dezember noch verzögern. Aktuell beschränken sich die Ausfälle auch auf Fruchtfliegenfallen, Duftkerzen, Reinigungsschaum, Reinigungstücher, Taschentücher und Wattepads. Gleiches gilt für Putzeimer, Seifenspender oder Zahnbürsten-Etuis. Die Verfügbarkeit von Lebensmitteln bei den Discountern sei aber derzeit nicht von den Engpässen betroffen. Gründe für Hamsterkäufe gebe es demnach nicht.

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