Bamberg
Kommentar

Dispozinsen der Banken sind Abzocke

Rutscht das Konto ins Minus, wird es teuer. Denn viele Banken verlangen noch immer hohe Gebühren für ihren Dispokredit. Zinsen über zehn Prozent sind Abzocke, meint unser Kommentator.
Foto: Andrea Warnecke, dpa
Foto: Andrea Warnecke, dpa
Es gibt Themen, da geht man eigentlich davon aus, dass längst Abhilfe geschaffen wurde. Vor knapp einem Jahr hat die Stiftung Warentest schon einmal die überhöhten Zinsen fürs Konto-Überziehen angeprangert. Die Kritik stieß in der Politik allenthalben auf Zustimmung. Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) sprach von "unangemessen hohen Dispozinsen".

Doch passiert ist seitdem wenig. Jetzt will die Bundesregierung zumindest mehr Transparenz herbeiführen. Das ist ein richtiger erster Schritt, aber ihm müssen weitere folgen. Viele Banken sind gerade dabei, ihre Gebühren zu verschleiern, wo es nur geht - egal, ob Dispozins oder Kontoführung.

Klar, es trifft nur einen Teil der Kunden. Viele müssen das Dispoangebot gar nicht in Anspruch nehmen. Aber wenn sich die Institute derzeit Geld quasi kostenlos leihen und dann immer noch Dispozinsen über zehn Prozent verlangen, ist das Abzocke von Verbrauchern.