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Daimler

Dieselskandal bei Daimler: Neue manipulierte Software gefunden

Der Automobilkonzern Daimler ist offenbar noch tiefer in die Dieselaffäre verwickelt, als zunächst angenommen. Es wurde neue manipulierte Software entdeckt, die ohne Meldung an die Behörden, beseitigt wurde.
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Das Kraftfahrtbundesamt hat offenbar neue manipulierte Software bei Damiler gefunden. Das könnte Konsequenzen haben. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Das Kraftfahrtbundesamt hat offenbar neue manipulierte Software bei Damiler gefunden. Das könnte Konsequenzen haben. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Dieselskandal weitet sich aus - Daimler wollte manipulierte Software vertuschen: Anfang des Jahres hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) sechs illegale Abschalteinrichtungen in der Sofware vom Daimler-Dieselmotoren entdeckt. Laut Informationen des Spiegels und der Bild am Sonntag ist der Ermittlern des KBA dabei eine unerlaubte Manipulation des Programmiercodes aufgefallen. Der Konzern hat die Änderungen im Code dem Bundesamt wohl nicht mitgeteilt.

Daimler unter Verdacht

Dabei geht um ein altbekanntes Thema: Die Trickserei im Code sollte wohl dafür sorgen, dass Wagen die Stickoxid-Grenzwerte einhalten. Aus dem Softwarefund könnte sich ein massenhafter Rückruf an Daimlerautos entwickeln. Derzeit drohen wohl 55.000 Autos des Modells "GLK" zurückgerufen zu werden. Wie der Spiegel anmerkt, könnte sich dieser erheblich ausweiten.

Unklar, was Källenius wusste

Im neuen Kapitel der Dieselaffäre ist zudem unklar, welche Rolle des designierte Nachfolger von Konzernchef Dieter Zetsche, Ola Källenius dabei spielt. Der bisherige Technik-Vorstand beerbt Zetsche Anfang Mai. Gegenüber der Bild am Sonntag beteuert Daimler, dass Källenius nicht an den Softwareupdates beteiligt gewesen sei - ungewöhnlich für einen Bereich, der unter seiner Leitung steht.

Im oberfränkischen Bamberg sind zuletzt Tausende Bosch-Mitarbeiter auf die Straße gegangen und haben demonstriert. Sie versammelten sich vor den Werktoren und brachten ihre Sorgen und ihr Unverständnis zum Ausdruck.

tu