Besonders das schwankungsanfällige Investmentbanking lief bei den US-Banken zuletzt deutlich besser als ein Jahr zuvor.

Analysten rechnen bei der Deutschen Bank für den Zeitraum April bis Ende Juni 2013 im Schnitt mit 1,4 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern. Das wären knapp 50 Prozent mehr als im schwachen Vorjahreszeitraum. Der Überschuss sollte demnach um 13 Prozent auf 741 Millionen Euro gestiegen sein. Ein Jahr zuvor hatte die Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise zu großer Verunsicherung an den Kapitalmärkten geführt. Viele Anleger und Unternehmen hielten sich mit Geschäften zurück, was den Investmentbanken zusetzte.

Anfang Juni dieses Jahres hatte Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain von soliden Geschäften im Investmentbanking gesprochen. In den ersten beiden Monaten des zweiten Quartals habe die Bank in allen Bereichen leicht zugelegt. Allerdings sorgten Diskussionen über ein baldiges Ende der ultralockeren US-Geldpolitik für neue Unsicherheit.

Die größten Unwägbarkeiten bei der Deutschen Bank sehen Beobachter derzeit in den zahlreichen Rechtsstreitigkeiten vom Kirch-Prozess über den Libor-Skandal bis zu Hypothekengeschäften aus der Zeit vor der Finanzkrise. Bislang hat die Bank für Rechtsrisiken rund 2,6 Milliarden Euro zurückgestellt.

Ein weiteres Dauerthema ist die Kapitalausstattung. Es wird damit gerechnet, dass die Deutsche Bank einen Plan zur Verbesserung ihrer Verschuldungsquote («Leverage Ratio») vorlegen wird. Eigentlich wollte das Institut Kritik an seiner Kapitalausstattung mit der drei Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung von Ende April beruhigen. Doch nachdem die Kernkapitalquote aufpoliert war, geriet die Verschuldungsquote ins Visier. Bei dieser wird das Eigenkapital pauschal in Beziehung zu den Anlagen gesetzt.