Herzogenaurach
Kommentar

Der Weg bleibt steinig

Der Autozulieferer Schaeffler aus Herzogenaurach geht an die Börse. Ein nicht ganz freiwilliger Schritt zu einem womöglich unglücklichen Zeitpunkt, meint unser Kommentator.
 
Foto: Daniel Karmann, dpa
Foto: Daniel Karmann, dpa
Lange hat man diesen Schritt beim Herzogenauracher Familienunternehmen hinausgezögert. Seit gestern ist es nun amtlich: Die Familie Schaeffler stellt ungefähr ein Viertel ihres Firmeneigentums für Aktionäre an der Börse zur Verfügung. Freiwillig geschieht dies nicht. Der vor mehr als sechs Jahren angehäufte Schuldenberg infolge der gescheiterten Übernahmeschlacht mit Conti ist zwar etwas kleiner geworden, drückt aber immer noch gewaltig. Doch Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld wird den beiden Gesellschaftern, Mutter und Sohn, inzwischen klar gemacht haben, dass ein paar kleine, unbedeutende Miteigentümer so schlecht nicht sind. Jedenfalls besser als Gläubigerbanken.
Bleibt für Schaeffler zu hoffen, dass der Zeitpunkt des Börsengangs nicht zu spät gewählt ist. Nach einem glänzenden ersten Halbjahr schwächelt die Branche gerade ein wenig. Und das gestrige VW-Kursdebakel sorgt für zusätzliche Unruhe.