Importartikel
Studie

Der Süden Oberfrankens ist reich

Die Konsumforscher der GfK haben untersucht, wie viel Geld die Haushalte in Deutschland zur Verfügung haben. Unsere Zeitung stellt die Daten exklusiv für die Region vor. Oberfranken profitiert von der boomenden Metropolregion.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auch in Oberfranken gibt es ein Nord-Süd-Gefälle. In und um Forchheim liegt die Zahl der Haushalte, die mehr als 7500 Euro im Monat netto haben, mit 4,5 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Dem entgegen steht in den Landkreisen Bamberg und Schweinfurt eine hohe Prozentzahl von Menschen, die mit weniger als 1100 Euro netto auskommen müssen. Das zeigt eine neue Landkarte der Top- und Geringverdiener, die das Marktforschungsinstitut GfK-Geomarketing gezeichnet hat.

Keine großen Überraschungen
Deutschland- und bayernweit sind die Ergebnisse nicht überraschend. Der Süden ist reicher als der Norden, um Großstädte wie München, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg oder Bremen haben sich Speckgürtel gebildet. Dieses Phänomen erklärt auch den Forchheimer Reichtum und die (relative) Bamberger Armut. Das erklärt Simone Baecker-Neuchl, Projektleiterin bei der GfK, mit der boomenden Metropolregion.
Auffallend ist, dass die Anzahl der Geringverdiener, also der Menschen, die mit einem Mini-Einkommen herumknapsen, in der Region Kulmbach und in der Stadt Schweinfurt überdurchschnittlich hoch ist. Immerhin sind es dort bis zu einem Fünftel der Haushalte. Aber auch in den Landkreisen Haßberge, Lichtenfels, Bayreuth und in der Stadt Bamberg sind die Geringverdiener mit zwölf Prozent relativ hoch vertreten.

Die Schere wird nicht weiter
Dies sei allerdings kein Zeichen dafür, dass die viel zitierte Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander klaffe, sagt die Projektleiterin. Aber wer richtig viel Geld hat, bleibt lieber in der Nähe von München als in der Nähe von Forchheim. Das zeigt die Deutschlandkarte der Topverdiener deutlich. Angeführt wird sie vom Kreis Starnberg mit einem Anteil von 15,2 Prozent unter den Haushalten mit mehr als 7500 Euro Nettoeinkommen. Zu den Top Ten in Deutschland gehören zudem die Landkreise München (12,7 Prozent), Ebersberg (12,6 Prozent) und Dachau (8,9 Prozent). Auch der Landkreis Erlangen-Höchstadt gehört mit 9,2 Prozent reichen Haushalten zu den Top Ten in Deutschland. Die Marktforscher haben statische Landesämter durchforstet und die Deutschen in sieben Gehaltsgruppen eingeteilt. Diese Methode lichtet besser ab, wie viele reiche und arme Haushalte es an einem Ort gibt, als es nur die Kaufkraft aussagen würde.