Börse

Dax-Unternehmen halten sich in Krise stabil

Die 30 stärksten an der Börse gelisteten deutschen Konzerne haben sich erfolgreich gegen die Wirtschaftkrise gestemmt. Nach einer am Sonntag von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young vorgelegten Studie sank der Gewinn im Geschäftsjahr 2009 nur leicht um 3 Prozent, und die durchschnittliche Umsatzrendite stieg sogar von 2,7 auf 2,9 Prozent.
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Zwei Skontroführer unterhalten sich am Mittwoch (28.04.2010) im Handelssaal der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main miteinander. Foto: Arne Dedert/dpa
Dabei seien die Unternehmen voll auf die Kostenbremse getreten. Der Gesamtumsatz sei allerdings deutlich zurückgegangen. Er habe im vergangenen Geschäftsjahr bei 1034 Milliarden Euro gelegen ­ zehn Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Belegschaft in Deutschland schrumpfte laut Ernst & Young überproportional stark. Die Zahl der weltweit bei Dax-Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter sei um 2 Prozent auf 3,67 Millionen gesunken. 20 der 30 Unternehmen hätten die Zahl der Beschäftigten reduziert, die übrigen Unternehmen beschäftigten mehr Mitarbeiter als im Vorjahr. In Deutschland sank die Beschäftigung überdurchschnittlich stark ­ um 3,8 Prozent ­, während die Belegschaft im Ausland nur um 1,2 Prozent schrumpfte, heißt es in der Studie.

"Trotz des deutlichen Umsatzrückgangs von 10 Prozent konnten die Dax-Unternehmen den Gewinnrückgang in Grenzen halten. Insgesamt reduzierte sich der Gewinn aller Dax-Unternehmen um 3 Prozent oder 1,5 Milliarden Euro auf knapp 44 Milliarden Euro. Immerhin zehn Unternehmen konnten einen Anstieg des Jahresüberschusses vermelden. Einen Verlust haben 7 der 30 Unternehmen ausgewiesen", heißt es.

"Die Unternehmen haben unmittelbar nach Ausbruch der Krise massiv auf die Kostenbremse getreten", stellt Hendrik Hollweg, Mitglied der Geschäftsführung von Ernst & Young Deutschland, fest. "Alles kam auf den Prüfstand, nicht unmittelbar benötigten Ausgaben wurden radikal heruntergefahren. So konnten die Unternehmen verhindern, dass sich der erhebliche Umsatzrückgang zu einer existenzbedrohenden Krise entwickelte." Gespart wurde nicht nur an Reisekosten, Fortbildungen, Prämien, sondern vor allem auch bei den Investitionen: Die Dax-30- Unternehmen hätten ihre Investitionsausgaben um 21,6 Milliarden Euro bzw. 20 Prozent auf 84,8 Milliarden Euro reduziert.

"Insgesamt haben Deutschlands Top-Konzerne die Krise überraschend gut überstanden", urteilt Hollweg. "Der dramatische Rückgang der weltweiten Nachfrage hat sich nicht in dem Ausmaß auf die Bilanzen ausgewirkt, wie man zunächst befürchten musste." Derzeit erhole sich die Konjunktur weltweit ­ vor allem die Schwellenländer und auch die Vereinigten Staaten erwiesen sich einmal mehr als wichtige Treiber der weltweiten Konjunkturentwicklung. Deutschland als stark exportorientiertes Land werde von der deutlich gestiegenen Auslandsnachfrage stark profitieren, erwartet Hollweg. dpa