Frankfurt/Main

Dax auf Wochensicht im Minus

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat dem deutschen Aktienmarkt am Freitag erneut die Richtung vorgegeben. Trotz unerwartet schwacher Stimmungsdaten aus der Eurozone hielten sich die wichtigsten Indizes im Plus.
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Dax
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Nicht nur China betonte, sich ernsthaft um eine Vereinbarung im Zollstreit zu bemühen. Auch US-Präsident Donald Trump sprach erneut davon, dass man einem möglichen Abkommen bereits «sehr nahe» sei.

Der Dax beendete den Tag mit einem Plus von 0,20 Prozent auf 13.163,88 Zähler und machte damit seine Vortagesverluste wieder wett. Auf Wochensicht bedeutet das für den Leitindex allerdings nach sechs Gewinnwochen in Folge einen Verlust von 0,6 Prozent. Am Dienstag hatte er sich noch mit in der Spitze 13.374 Punkten seinem bisherigen Rekord bei knapp unter 13.600 Zählern aus dem Januar 2018 weiter angenähert.

Der MDax stieg am Freitag um 0,24 Prozent auf 27.091,47 Zähler. Auch europaweit wurden überwiegend moderate Gewinne verbucht: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,21 Prozent auf 3687,32 Punkte zu, und auch in Paris und London ging es weiter nach oben. In den USA rückte der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss um 0,25 Prozent vor, während die technologielastigen Nasdaq-Börsen leicht nachgaben.

Konjunkturseitig sorgten vor allem die Stimmungsdaten aus dem Dienstleistungssektor in Deutschland, aber auch der gesamten Eurozone für einen kleinen Dämpfer. So hatte sich die Unternehmensstimmung im November insgesamt überraschend eingetrübt, wobei dafür allerdings in erster Linie das Dienstleistungsgewerbe verantwortlich gewesen war.

Im Dax legten die Aktien von Daimler an der Indexspitze um 2,0 Prozent zu, während die Beiersdorf-Aktien als Schlusslicht 0,9 Prozent verloren. Neuigkeiten zu den beiden Unternehmen gab es keine.

Im MDax stiegen die Qiagen-Aktien um 1,8 Prozent und näherten sich damit wieder ihrem Hoch vom Wochenanfang. Das Biotech- und Gendiagnostik-Unternehmen befindet sich in Gesprächen über eine Übernahme. Neue Spekulationen darüber hatten die Papiere am Montag auf den höchsten Stand seit 18 Jahren getrieben.

Für die Anteile von Rheinmetall ging es im MDax um 2,0 Prozent nach oben. Die Investmentbank Oddo BHF hatte die Aktie des Autozulieferers und Rüstungsunternehmens angesichts begrenzter Rückschlagrisiken auf «Neutral» hochgestuft. Index-Spitzenwert waren die Aktien von Hugo Boss mit einem Plus von 2,5 Prozent.

Im SDax gewannen die Papiere der Jost Werke 7,5 Prozent. Nach Vorlage der Geschäftsergebnisse aus dem dritten Quartal lobten Analysten die Kostendisziplin und Margenstabilität des Lkw-Zulieferers. Der Hersteller von Waschanlagen Washtec legte nach einem positiven Analystenkommentar sogar um 8,7 Prozent zu.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,34 Prozent am Vortag auf minus 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 144,56 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,29 Prozent auf 171,19 Punkte. Der Euro wurde am frühen Abend mit 1,1029 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1058 (Donnerstag: 1,1091) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9043 (0,9016) Euro.

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