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Frankfurt/Main

Dax schließt im Minus

Angesichts eines drastischen Anstiegs der am Coronavirus Erkrankten hat der Dax am Donnerstag die Gewinne der beiden vergangenen Tage komplett wieder abgegeben. Der deutsche Leitindex fiel um 1,41 Prozent auf 13.157,12 Punkte.
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Dax
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Als an der Wall Street ein Erholungsversuch scheiterte, gerieten auch am deutschen Markt die Kurse im späten Handel noch stärker unter Druck. Der MDax mittelgroßer Titel büßte 1,15 Prozent auf 28.186,14 Zähler ein.

Trotz rigider Maßnahmen steigt die Zahl der Corona-Infizierten in China immer weiter, zuletzt waren es 7830 Betroffene. Der Anstieg ist rasant: Vor zwei Wochen waren erst 40 Fälle gezählt worden. 170 Menschen sind mittlerweile an dem Virus gestorben.

Mit Blick auf die Sars-Epidemie aus dem Jahr 2003 wies der Ökonom Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank darauf hin, dass die Weltwirtschaft heute erheblich abhängiger von China sei als seinerzeit. Der Anteil Chinas an der globalen Wertschöpfung habe sich seit 2003 in etwa vervierfacht.

Auf Unternehmensseite sorgte die Deutsche Bank für Aufsehen. Nach den aktuellen Zahlen des Geldhauses stieg der Kurs auf den höchsten Stand seit Ende 2018. Mit einem Aufschlag von 4,2 Prozent war die Aktie der einzige Gewinner im Dax.

Mit der Deutschen Bank legte auch deren Fondstochter DWS Zahlen vor. Der Kurs legte um 4,4 Prozent zu und stieg auf ein Rekordhoch. Die starken Resultate lägen klar über den Erwartungen, schrieb Analyst Gurjit Kambo von JPMorgan.

Die Aktien des Energiekonzerns RWE hielten sich mit einem Minus von 0,2 Prozent vergleichsweise gut. Hier gab es Rückenwind von einem positiven Kommentar der Investmentbank Goldman Sachs.

Vom Coronavirus belastet, verloren die Aktien von Lufthansa 1 Prozent. Am Vortag hatte die Fluggesellschaft alle Verbindungen nach China gestrichen. Die Papiere des weltweit agierenden Logistikkonzerns Deutsche Post büßten 2,2 Prozent ein. Auch BMW und Daimler gaben nach, noch stärker aber die VW-Aktien. Die Ausbreitung des Virus in China dürfte dort auf die Verkaufszahlen drücken, sagten Händler.

Enttäuschende Geschäftszahlen und eine Gewinnwarnung des Windturbinenherstellers Siemens Gamesa ließ auch den Kurs der Nordex-Aktie um knapp sechs Prozent nachgeben.

Europaweit standen die Börsen unter Druck: Der Eurozone-Leitindex büßte 1,22 Prozent auf 3690,78 Zähler ein. Noch etwas höher waren die Verluste des Pariser Cac 40 Index und des Londoner FTSE 100. Der Dow Jones Index lag zum Handelsschluss in Europa nur leicht im Minus.

Der Euro erholte sich etwas und notierte im späten Handel mit 1,1029 US-Dollar nahe dem Tageshoch. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1029 US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9067 Euro gekostet.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen legten zu. Die Umlaufrendite fiel im Gegenzug von minus 0,38 Prozent am Vortag auf minus 0,40 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 144,80 Punkte. Der Bund Future legte am Abend um 0,14 Prozent auf 174,52 Punkte zu.

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