Frankfurt/Main

Dax klettert über 11.600 Punkte

Der Dax hat am Dienstag leicht zugelegt. Nach einem trägen Handelsverlauf stieg der deutsche Leitindex um 0,24 Prozent auf 11.620,74 Punkte. Er kehrte über die Marke von 11.600 Punkten zurück, um die er seit einigen Tagen schwankt. Das Kursbarometer bewegt sich so weiter auf dem höchsten Niveau seit November.
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Dax
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Anleger wagten sich insgesamt nur zögerlich aufs Parkett. Sie hoffen schon seit Tagen auf Fortschritte bei einer Lösung des Handelsstreits zwischen den USA und China. Schwache Konjunktursignale aus China untermauerten nun am Dienstag den dringenden Handlungsbedarf: Angesichts des Zollstreits mit den USA und der hohen Verschuldung warnte Premier Li Keqiang zum Auftakt der Jahrestagung des Volkskongresses vor dem niedrigsten Wachstumsziel seit fast drei Jahrzehnten. Als Gegenmaßnahme sollen nun unter anderem die Steuern in China sinken.

Der MDax kam kaum vom Fleck. Der Index mittelgroßer Werte gab am Ende denkbar knapp um 0,01 Prozent auf 24.724,41 Punkte nach. Auf europäischer Bühne und in New York waren die Vorzeichen dagegen wie beim Dax positiv. In Paris und London schlossen die Länderbörsen mit Gewinnen, und so legte auch der EuroStoxx 0,3 Prozent zu. Der Dow Jones Industrial lag parallel zum Handelsschluss in Europa ganz leicht im Plus.

Die Sorge um Chinas Wirtschaft bremste einige Einzelwerte, darunter Autobauer und -zulieferer, für die der dortige Markt immens wichtig ist. Deren europäischer Branchenindex gab um 0,5 Prozent nach und im Dax fielen die Aktien des Reifenherstellers Continental und des Autobauers Daimler um bis zu 1 Prozent. BMW konnten sich dem aber mit einem Anstieg um 0,5 Prozent entziehen.

Gefragt waren unterdessen die in unsicheren Konjunkturzeiten als eher defensiv angesehenen Aktien, allen voran Beiersdorf mit einem Anstieg um 1,8 Prozent. Auf dem zweiten Dax-Rang erholten sich die Papiere des Dialyseanbieters Fresenius Medical Care (FMC) im ähnlichen Rahmen von ihren Vortagsverlusten. Auch die Titel des Immobilienkonzerns Vonovia zählten mit 0,8 Prozent zu den Gewinnern.

Größere Kursbewegungen gab es vor allem in den hinteren Börsenreihen. Die Papiere von Wacker Chemie radierten ihre jüngsten Gewinne mit einem Kursrutsch um 9 Prozent aus. Der Konzern rechnet überraschend wegen niedrigerer Polysilizium-Preise mit einem deutlichen Rückgang beim operativen Ergebnis in diesem Jahr.

Die Papiere von Evonik dagegen erreichten mit einem Anstieg um 4,3 Prozent den höchsten Stand seit November, nachdem der Spezialchemiekonzern seine Anleger mit einem unverhofft hohen Verkaufspreis für das an den Finanzinvestor Advent gehende Methacrylat-Geschäft erfreute. Dies überlagerte einen vorsichtigen Ausblick auf das neue Geschäftsjahr.

Im SDax rutschen Bilfinger um etwas mehr als 4 Prozent ab. Am Vorabend hatte der Großaktionär Cevian Capital mitgeteilt, den Anteil am Infrastruktur-Dienstleister zu reduzieren. Aktien von Borussia Dortmund dagegen erholten sich um mehr als 4 Prozent von ihrem Vortages-Kursrutsch.

Am deutschen Anleihemarkt verharrte die Umlaufrendite auf 0,07 Prozent, ebenso wie der Rentenindex Rex bei 141,88 Punkten. Der Bund-Future gab um 0,06 Prozent auf 165,56 Punkte nach. Der Euro kostete zuletzt 1,1296 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1329 (Montag: 1,1337) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8827 (0,8821) Euro.

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