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Hamburg
Kritik an Werbekampagne

"Da gehe ich nie wieder einkaufen!": Shitstorm für Edeka Weihnachts-Spot

Mit einem Weihnachts-Werbespot sorgte Edeka für Aufsehen. Der Clip wird von vielen Nutzern stark kritisiert - sogar eine Petition wurde dagegen gestartet. Der Vorwurf: Die Kampagne sei rassistisch und sexistisch.
 

"Lasst uns froh und bunter sein" lautet das Motto der diesjährigen Edeka-Weihnachtskampagne. Auf den Social-Media-Kanälen veröffentlichten Edeka dazu einen Werbespot - und wird dafür scharf kritisiert. 

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Kampagne von Edeka nicht gut ankommt: So gab es beispielsweise im vergangenen Jahr einen Diskriminierungsvorwurf nach einem Werbevideo zum Muttertag. Beim diesjährigen Weihnachts-Spot dreht sich alles um das Thema Vielfalt. 

Sexistisch und rassistisch? Zuschauer kritisieren Edeka-Clip scharf

In einem kurzen Videoclip ist eine Familie - bestehend aus Mutter, Vater und Tochter - bei ihrem Weihnachtseinkauf in einem Edeka-Markt zu sehen. An der Fleischtheke werden sie vom Mann hinter der Theke mit "Ah, die Müllers!" begrüßt.  Dann stehen sie vor der Wahl, was sie in diesem Jahr essen wollen.

Die Rückblicke zeigen, dass bei der Auswahl der Männergeschmack der Tochter entscheidend ist. "Also letztes Jahr hatten wir japanisch", meint die Mutter, während im Clip die Tochter zu sehen ist, die von ihrem damaligen - offenbar japanischen - Freund mit Sushi gefüttert wird. Noch ein Jahr zuvor dasselbe Spiel - diesmal mit marokkanischem Essen und dazugehörigem Freund. Am Ende des Spots wird schließlich für italienische Werbung geworben - von der Tochter mit einem "Italienisch, lecker!", kommentiert. 

Doch die Darstellung dieser Botschaft kommt bei vielen Nutzern offenbar nicht gut an. Binnen zwei Tagen sammelte das Video über 300 000 Klicks auf und knapp 36 000  Dislikes auf YouTube - im Gegensatz dazu gab nicht einmal 2000 Daumen nach oben (Stand Donnerstagnachmittag, 03.12.2020). Auch in der Kommentarspalte wird der Unmut vieler Zuschauer sichtbar. "Absolutely trash" lautet einer der Top-Kommentare. Viele kündigten auch an, Edeka nun zu meiden: "EDEKA somit auf der Blacklist, NIE WIEDER EDEKA!!!" oder "Da gehe ich nie wieder einkaufen!"

Petition gestartet - Edeka wehrt sich

Der Unmut über die Marketing-Kampagne wird nicht nur in den sozialen Netzwerken deutlich - mittlerweile wurde sogar eine Petition gegen den Clip gestartet. Die Initiatoren meinen: "Die Kampagne basiert auf Rassismus und Sexismus und ist auf allen Ebene diskriminierend." Kritisiert werden unter anderem die Klischees, mit denen die Werbung spielt - der Japaner isst Sushi und der Marokkaner Falafel. Zudem stößt den Petitions-Verantwortlichen die Sexualisierung und Reduzierung der Menschen mit "vermeintlich nicht-deutscher Herkunft" auf. 

Edeka hat inzwischen auf die Kritik reagiert und wehrt sich gegen die Vorwürfe: "Die Botschaft 'Lasst uns froh und bunter sein' bedient sich einer einfachen Parallelität: So bunt wie unsere Gesellschaft, so bunt und vielfältig  ist das Angebot bei Edeka", erklärt das Unternehmen gegenüber watson. Damit unterstreichen sie abermals ihre Absichten, die sie bereits in einer Pressemitteilung erklärten: Vielfalt sei für Edeka "sowohl in kulinarischer als auch in kultureller Hinsicht wichtig" - daher wählte man auch das Motto, welches der TV-Spot verkörpern soll.

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Mit der Kampagne hat sich Edeka allerdings noch etwas ganz Besonderes ausgedacht und das Produkt "Appetit auf Vielfalt" auf den Markt gebracht. Die Suppe, "die so bunt ist wie Deutschland" ist Teil einer Spendenaktion. Pro verkauftem 350ml-Glas werden 50 Cent an "Projekte der Deutschlandstiftung Integration Deutschland gespendet, die der EDEKA Verbund seit 2012 unterstützt", heißt es in der Pressemitteilung. Mit dem Werbespot - der auf sämtlichen Social-Media veröffentlicht wurde - will das Unternehmen Aufmerksamkeit auf die Aktion lenken. 

kyw

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