Herzogenaurach
Mietzahlungen

Corona-Krise: Adidas zahlt nun doch Miete

Adidas hat 2019 ein Rekordjahr hingelegt und fährt seit Jahren Milliardengewinne ein. In der Coronavirus-Krise reagierte das Unternehmen sofort: Die Mietzahlungen für seine Läden wurden ausgesetzt. Nun hat sich Adidas dafür entschuldigt.
 
Quartalszahlen adidas
Adidas hat sich entschuldigt und zahlt nun doch Miete. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa

Update vom 01.04.2020: Adidas entschuldigt sich und zahlt nun doch Miete

Der Sportartikelhersteller Adidas zahlt nach harscher öffentlicher Kritik nun doch seine Mieten und entschuldigt sich für sein Vorpreschen. "Die Entscheidung, von Vermieter(innen) unserer Läden die Stundung der Miete für April zu verlangen, wurde von vielen von Ihnen als unsolidarisch empfunden“, heißt es in einem offenen Brief, den Adidas am Mittwoch veröffentlichte. „Ihre Meinung ist uns wichtig, und Ihre Meinung ist eindeutig: Sie sind von adidas enttäuscht." 

Adidas hatte im Zuge der Corona-Krise angekündigt, die Miete für die geschlossenen Läden in Europa ab April nicht mehr zu bezahlen. Man sei in Gesprächen mit den Vermietern. Daraufhin hatte es zum Teil harsche Kritik aus allen Teilen der Gesellschaft gehagelt. Im Internet gab es Boykott-Aufrufe.

"Deshalb möchten wir uns bei Ihnen in aller Form entschuldigen. Wir haben unseren Vermieter(innen) die Miete für April bezahlt. Fairness und Teamgeist sind seit jeher eng mit Adidas verknüpft und sollen es auch bleiben", heißt es in dem Brief weiter.

Das Geschäft von Adidas sei in der Corona-Krise eingebrochen. „Fast auf der gesamten Welt findet kein normales Geschäft mehr statt. Die Läden sind zu. Das hält selbst ein gesundes Unternehmen wie adidas nicht lange aus“, heißt es in dem Brief weiter.

Erstmeldung vom 28.03.2020: Adidas will keine Miete zahlen

Ungeachtet von Milliardengewinnen im abgelaufenen Geschäftsjahr will der Sportartikelhersteller Adidas vorerst keine Miete mehr für seine wegen der Coronavirus-Krise geschlossenen Einzelhandelsgeschäfte zahlen.

"Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch", erklärte eine Firmensprecherin am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der Bild. Später kündigte auch die schwedische Modekette H&M eine ähnliche Vorgehensweise an.

Keine Miete trotz großer Gewinne - harsche Kritik an Adidas

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) übte harsche Kritik: "Ich bin sehr enttäuscht", sagte Scheuer der "Bild". Adidas habe große Gewinne gemacht. Das Aussetzen der Mietzahlungen sei "eine völlig inakzeptable Botschaft". Es seien nicht nur die großen Immobilienanbieter, sondern auch kleine, die als Privatpersonen an Adidas vermieten - und die blieben dann auf ihren Kosten sitzen.

Adidas hatte zuletzt bei Umsatz und Gewinn ein Rekordjahr abgeschlossen. Seine selbst geführten Einzelhandelsläden in Europa und Nordamerika musste Adidas beginnend von Januar an sukzessive wegen der Krise schließen.

In Asien und Lateinamerika waren die Läden zunächst weitergelaufen. In Lateinamerika sind die Geschäfte genauso wie in Teilen Asiens inzwischen ebenfalls geschlossen.

Vorstand verzichtet auf Teil des Gehalts

In China seien sie zum Großteil wieder geöffnet, wenngleich mit teilweise reduzierten Öffnungszeiten. Adidas erlebe in den betroffenen Märkten erhebliche Umsatzeinbußen, teilte eine Sprecherin am Freitag mit.

Der Vorstand um Firmenchef Kasper Rorsted verzichte vorübergehend auf die Auszahlung von 50 Prozent seines Gehaltes. Die Führungsebene unterhalb des Vorstandes verzichte vorübergehend auf Auszahlung von 30 Prozent ihrer regulären Bezüge.